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Montag, 20. November 2006

Halo 2

Mit Halo 2 will ich eine Reihe von Spieletests beginnen, zu spielen die gespielt habe. Diese sind in der Regel nicht aktuell, da ich mich streube 50-60 Euro auszugeben wenn ich nach ca. einem halben Jahr nur noch die hälfte zahlen muss. Ein Thema das ich wohl noch mal anschneiden werde.



Mit Halo 2, fand das wohl prägnanteste Spiel für die X-Box seine Fortsetzung. Eines Vorweg, wer den ersten Teil geliebt hat, wird auch die Fortsetzung genial finden. Wer eine Revolution erwartet hat, dürfte aber doch ein wenig enttäuscht sein. Halo 2 knüpft direkt an den Vorgänger an. Der Ring wurde zerstört und der Master Chief ist auf dem Weg zurück zur Erde. Während einer Ordens Zeremonie, die auf einer Verteidigungsanlage, die um die kreist stattfindet, wird unvermittelt die Erde angegriffen. Das lässt der Master Chief natürlich nicht auf sich sitzen und geht zum Gegenangriff über. Gleich zu Beginn, fällt einem als erstes das veränderte HUD auf. Im Rahmen seines ersten Abenteuers wurde die Rüstung des Master Chief nämlich ein wenig ramponiert, so dass er jetzt ein neueres Modell verpasst bekommen hat. Dies hat zur Folge, dass sich der Schutzschild nun deutlich schneller auflädt als beim alten Modell. Im Gegenzug hat man nun keine Lebensenergie mehr wenn der Schild zerstört ist. 1-2 direkte Treffer sind dann tödlich, somit heißt es Beine unter den arm und in Deckung bis der Schild sich wieder aufgeladen hat. Zweite auffällige Neuerung, der Chief kann nun mit zwei Waffen gleichzeitig losziehen. Dies gilt natürlich nur für die handlichen Modelle und nicht für Raketenwerfer oder Scharfschützengewehre. Außerdem ist man dann nicht mehr in der Lage Granaten zu werfen. Insgesamt ist spielerisch aber nahezu alles beim alten geblieben und das ist gut so. Das erste Halo war für mich einfach ein Shooter, der mir eine gnadenlose Daueraction geboten hat und das in einer Intensität, wie sie die meisten Shooter nicht erreichen. Dies liegt an Kleinigkeiten, wie z.B. das Mitführen von lediglich zwei Waffen. Ständig ist man am überlegen, welche Waffe denn nun am günstigsten ist und vor allem dem eigenen Stil zugute kommt. Wenn für die ausgewählten Waffen dann die Munition knapp wird und man gezwungen wird die geliebte Waffe abzulegen, ist das einfach ein intensives Spielgefühl. Auch die unterschiedlichen Gegner tragen ihren Teil dazu bei. Nichts macht mehr Spaß als die kleinen Schlumpf Aliens durch die Gänge zu jagen, die mit Zeter und Mordio voller Angst vor einem wegrennen. Gleichsam zuckt man selber am Pad zusammen, wenn die riesigen Elitekrieger unvermittelt durch die Wand brechen, oder hinter der nächsten Ecke auf einen warten. Der Fahrzeugeinsatz setzt der ganzen Action dann noch das Sahnehäubchen auf. Egal ob Panzer, Jeeps oder Fluggeräte. Alles kann bemannt und gesteuert werden. Hier wurden im Vergleich zum Vorgänger auch einige positive Veränderungen gemacht. Im ersten Teil konnte man beim Warthog (ein Jeep mit aufmontierten Geschütz) nur in die Rolle des Fahrers schlüpfen. Die CPU-Kollegen waren lediglich in der Lage Beifahrerplatz und Geschützstellung zu übernehmen. In Halo 2 können sie auch fahren und man selbst kann während der fahrt ans Geschütz. Leider ist die KI nicht perfekt. Manchmal bleiben sie an Wänden hängen oder weichen einem anfliegenden Geschoss nicht aus. Zusätzlich wurde das Handling der Fahrzeuge verbessert, die sich nun Intuitiver steuern lassen als im Vorgänger. Wer das hier liest und den Vorgänger gespielt hat, wird vielleicht denken, das klingt von der Spielerfahrung ganz nach Teil 1. Damit liegt er dann auch richtig. Dies ist auch absolut nichts schlimmes, da der erste Teil ja nun wirklich super war. Aber ich persönlich hätte mir neben den veränderten Details, doch ein paar spielerische Verbesserungen gewünscht. Schließlich war Halo nicht komplett frei von Fehlern. Neben den fantastischen Außenarealen, stanken die Indoorlevels gewaltig ab. Nicht sehr Detailreich und relativ abwechslungsarm. Zusätzlich musste man auch, an manchen stellen, die Wege zweimal durchlaufen. Einmal hin und dann wieder zurück. In Teil 2 sind die Innenräume zwar etwas detailreicher und insgesamt auch geräumiger und abwechslungsreicher. Aber längst nicht in dem Maße, dass es mich vom Hocker reißt. Immer noch hat man das Gefühl, hier bin ich doch schon mal gewesen. Auch das hin und her Gerenne ist wieder mit von der Partie. Die ein oder andere komplexere Aufgabenstellung hätte ich mir gewünscht. Dies ist natürlich Geschmackssache und ich selbst steh ja auch auf straightes Ballern. Womit wir bei den Ballermännern währen. Auch hier gibt es einige Veränderungen. Wichtigste, die Waffen der Allianz sind nicht mehr so nutzlos und Schwachbrüstig wie im Vorgänger. Ihre Waffenpalette ist um einiges ausgewogener geworden. Scharfschützengewehr, Granatwerfer und Karabiner sowie ein verbesserter Nadler lassen einen nun deutlich häufiger auch mal zur Alienwaffe greifen. Vor allem kann man nun endlich die Partikelschwerter aufnehmen. Eine herrlich elegante und tödliche Waffe. Bei der Story wurde diesmal mehr Aufwand betrieben. Diese wird nun durch noch längere Zwischensequenzen erzählt und beleuchtet den Konflikt zwischen Allianz und Menschen genauer. Dabei wird sowohl der Religiöse Hintergrund der Allianz bedacht, als auch die Herkunft der Flood und Halo. Aber ich muss sagen, dass mich das Ganze nicht so sehr zum weiterspielen motiviert hat. Ersteinmahl ist der dramaturgische Aufbau meiner Meinung nicht so sehr gelungen und am Ende sind zwar eine Menge fragen aufgeworfen, aber nur wenige beantwortet. Da währe mehr drin gewesen. Technisch verhält es sich wie bei den spielerischen Verbesserungen. Die Figuren haben ein paar mehr Details. Die Umgebungen haben etwas mehr Farbe bekommen, was besonders den Indoorlevels zugute kommt und die Effekte wurden verfeinert. Aber auch hier sollte man keine Revolution erwarten. Was wieder einmal nicht schlimm ist, da das erste Halo ja schon verdammt gut aussah. Der Sound liefert einen wunderbaren Raumklang und lässt einen das ein oder andere mal einen Blick über die Schulter werfen, wenn man ein verächtliches Grunzen hinter einem hört. Mein Fazit, Halo 2 ist aufgrund der vielen Detailverbesserung durchaus besser als sein Vorgänger. Aber bietet letztendlich das gleiche Spielgefühl wie sein Vorgänger. Einige markante Schwachstellen wie fade Indoorlevels und häufiges hin und her Gerenne wurden beibehalten. Um auf meine Anfangsworte zurückzukommen, wer Halo 1 liebte wird auch Halo 2 lieben. Wer schon mit Halo 1 nichts anfangen konnte oder eine Revolution im vergleich zum Vorgänger wollte, der wird enttäuscht sein. Zum Schluss wollen wir uns den Besonderheiten der limitierten Sammler-Edition widmen. Der Coolnes Faktor ist enorm. Eine wunderbar dezente Metallbox, die neben dem Halo 2 Logo auf der Vorderseite noch ein ungemein cooles Portrait des Master Chief auf der Rückseite zu bieten hat. Für die äußere Aufmachung gibt es also schon mal 10 von 10 Punkten. Ansonsten hat die Edition allerdings lediglich eine Zusatz Disc zu bieten. Die ist dafür wirklich gut gelungen. Als erstes, der ,Hinter den Kulissen von Halo 2" Bericht, ist sehr gut gemacht. Er beginnt mit einem kurzen Rückblick auf Halo1. Die Entwickler kommen zu Wort und sprechen von ihren Zielen für Halo 2. Nun verfolgt man die Entstehung des Spiels in chronologischer Reihenfolge. Dabei gibt es viele Highlights zu benennen. Die Entstehungsgeschichte der E3 Demo zum Beispiel. Hier erfährt man, was die Entwickler zeigen wollten und warum im fertigen Spiel nahezu nichts davon vorkam. Wenn man als Fan über die Presse und sonstige Medien die Entwicklung des Spiels verfolgt hat, erinnert man sich daran wie man diese Präsentation gesehen hat. Nun bekommt man den Blick von der anderen Seite, was einige Ungereimtheiten beseitigt. Zwischendurch bekommt man dann Impressionen geliefert über den alltäglichen Halowahnsinn. Ein große Gruppe von Männern mittleren alters trifft sich zur Halo Lan-Party. Fans machen Filme mit den Figuren aus dem Spiel. Das ist sehr schön zusammengestellt und verdeutlicht einem selbst mal wieder, warum man das Hobby Videospiele so liebt. Während man auf ein Spiel wartet und sich einen Vorschaubericht nach dem anderen reinzieht, macht man mich sich ja Gedanken, wie wird sich das Game wohl später spielen. Man hat schon so viele Spiele gespielt, dass man eine Vorstellung dafür entwickelt. Wenn man dann diese Hintergrundberichte sieht, bekommt man einen völlig neuen Respekt für die erschaffenen Welten in denen man sich bewegt und sieht das Spiel wieder mit anderen Augen. Neben diesen toll gemachten Hintergrundberichten, ist sonst leider nicht mehr viel auf der Scheibe zu finden. Ein paar kurze Beiträge zu Waffen und Zwischenszenen die der Schere zum Opfer fielen, Bildgalerien etc.. Aber insgesamt ist die Edition schon ein schönes Sammlerstück für jemanden, der verklärte Augen bekommt, wenn er an Vergangene Spielmomente denkt.

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