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Mittwoch, 22. November 2006

Need for Speed Underground

Mit Need for Speed Underground, beschritt EA endlich einen Weg, den ich mir schon ewig herbeigewünscht hatte. Ich kann mein Fahrzeug optisch verändern.


Das tunen der Fahrzeuge ist für mich das wichtigste Feature des Spiels. Als Neuling in der Tuner Szene kauft man sich am Anfang des Spiels, ein Auto von der Stange, wie z.B. den Peugeot 206. Zu beginn hat man noch wenig Kohle in der Tasche und kann kaum Veränderungen vornehmen. Also fängt man damit an, sich mit dem Rennalltag auseinander zu setzen. Hier gibt es grundsätzlich 5 verschiedene Rennmodi. Rundkurs, Sprint, Drag, Runden-KO und Drift. Hervorzuheben sind dabei der Drag und der Drift Modus. Beim Drag schaltet man grundsätzlich manuell und fährt auf einer vorgegebenen Bahn um sich ganz aufs Schalten konzentrieren zu können. Fürs Driften wird automatisch in eine Außenansicht geschaltet und man muss auf speziellen Strecken, durch lange und am besten kombinierte Drifts Punkte sammeln. In einem Hauptmenü werden die einzelnen Events ausgewählt und müssen der Reihe nach absolviert werden, um sich allmählich in jeder Disziplin, in der Rangliste nach oben zu fahren. Dadurch erhält man Geld und schaltet neue Tuningteile frei. So entsteht ein sehr homogener Spielfluss, alle paar Events schaltet man ein neues Tuningteil frei, kann ein neues Fahrzeug kaufen oder wird mit seinem Fahrzeug auf dem Cover einer Zeitschrift veröffentlicht. Da die Events nicht sehr lange dauern und die Steuerung der Fahrzeuge sehr Arcadig ausgefallen ist, fliegt man förmlich durch das Spiel. Die Grafik tut dabei ihr übriges. Sie läuft nicht 100 Prozent flüssig, vermittelt aber einen erstklassigen Geschwindigkeitsrausch. Man fliegt förmlich über die Strecke und bestaunt die enorme Vielzahl an Lichteffekten und die aufwendig modellierten Gebäude. Leider ist nicht alles im Lack was glänzt. Denn da kommt endlich jemand auf die nahe liegende Idee ein Videospiel zu machen, in dem man seine Fahrzeuge individuell tunen kann und dann wird keine Möglichkeit eingebaut, diese Fahrzeuge zu sammeln oder Designs zu speichern. Man hat immer nur ein aktuelles Fahrzeug. Kauft man sich ein neues, wird das alte durch das neue ersetzt. Die vorher angebrachten Tuningteile werden dabei für das neue Auto übernommen. Das Tunen macht tierisch Spaß, aber dass ich meine eigenen Kompositionen nicht sammeln kann, finde armselig. Auch die fünf Rennmodi bieten nicht so viel Abwechslung wie man zu Beginn glauben mag. Denn ab ca. Mitte des Spiels, entfaltet die K.I. des Spiels ihre vollkommene Pad-zerstörerische Kraft und lässt einen, das ein oder andere mal den großen Videospiel Gott verfluchen. Fährt man zu Beginn bei den Rundenrennen noch 2 bis drei kleinere Runden, fährt man später 5 längere Runden. Da die Gegner immer schön im Pulk hinter einem her fahren ist dies nicht nur eine enorme Zeitverschwendung sondern wegen des im Spiel auftauchenden Gegenverkehrs eine absolute Spielspaßkatastrophe. Wenn man viereinhalb Runden lang jede Abkürzung auf der Strecke nimmt, dem Gegenverkehr entkommen ist und auf der langen Geraden das Ziel schon erkennen kann, ist es ein wenig betrüblich, wenn aus der Seitenstraße unvermittelt ein Wägelchen auftaucht und vor das eigene Autochen fährt. Die Pulkgegner haben sich während der viereinhalb Runden natürlich nicht distanzieren lassen und huschen an einem vorbei. Ich hasse es wenn ein Spiel schwer ist ohne das man etwas dagegen tun kann. Liegt es an meinen mangelnden spielerischen Fähigkeiten, kann ich sehr gut damit leben. Hängt mein Erfolg allerdings vom Glück ab, kann ich nicht mehr an mir halten, wodurch meine Umwelt doch ein wenig zu leiden hat. Umgekehrt funktioniert das Spielchen natürlich auch. Fahre ca. 3 Runden wie der letzte Henker und gib die letzten 2 Runden Gas und fahr Fehlerfrei. Du wirst der Erste sein. Trotz dieser Mängel bleibt dieses Spiel natürlich immer noch eine sehr Spaßige und auch motivierende Angelegenheit. Vom Basteln am Fahrzeug krieg ich persönlich nie Genug und das Freischalten der Teile motiviert bis in die Zehenspitzen. An der Grafik hat man sich zwar irgendwann Satt gesehen, ist aber auch klasse gelungen. Somit bleibt ein sehr cooler Arcade Racer, von dem man Anfangs nicht genug bekommt, auf lange Sicht verdirbt sich aber leider den Magen.

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