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Samstag, 25. November 2006

Shattered Union

Shattered Union ist ein relativ konventionelles Strategiespiel. Amerika befindet sich im Bürgerkrieg und ist zerfallen in 6 Fraktionen. In der Kampagne hat man nun die Aufgabe die einzelnen Gebiete zu erobern und wieder unter einem gemeinsamen Banner zu vereinen.

Während einer Runde hat man jeweils einmal die Gelegenheit in ein Gebiet einzufallen. Jedes neue Gebiet bringt dabei neue Einnahmen für das Einheitenkontingent. Dieses ist allerdings begrenzt. So wird verhindert, dass man sich eine unendliche große Streitmacht aufbauen kann. Somit muss bei einem Angriff immer berücksichtigt werden, dass die Einheiten die für den Angriff verwendet werden, nicht mehr zur Verteidigung bereit stehen. Taktische Einheiten Kombinationen sind somit Pflicht. Im Spiel werden folgende Einheitentypen unterschieden: Bodeneinheiten, Leichte-, Mittlere-, Schwere Panzerung, Flugzeuge, Hubschrauber, Luftabwehr und Artillerie. Die Einheiten sind sehr gut ausbalanciert und bieten viel taktischen Tiefgang. Aufgrund verschiedener Möglichkeiten ein Gebiet zu erobern kann man unterschiedliche Taktiken fahren. Um ein Gebiet zu erobern kann man bestimmte Gebiete besetzen, für die es dann so genannte Missionszielpunkte gibt. Ab einer bestimmten Menge gilt die Karte als erobert. Alternativ kann man alle gegnerischen Einheiten vernichten bzw. den Gegner zur Aufgabe zwingen. Von den unterschiedlichen Vorgehensweisen ist auch die politische Gesinnung abhängig. Vernichtet man viele Gebäude, Brücken und Straßen etc., dann bekommt man für eine dunkle Gesinnung fiese Spezialfähigkeiten wie z.B. einen Atomangriff. Für eine gute Gesinnung, kann man z.B. Einheiten heilen oder auch die ganze Karte durch Satelliten Unterstützung vom Nebel des Krieges befreien. Da ein Angriff über maximal 14 Runden geht, Enden die Scharmützel nicht in Endlos Sitzung da man zu einer offensiven Vorgehensweise gezwungen wird. Durch die Einheiten Vielfalt und die Spezialfähigkeiten spielen sich die Kämpfe schön abwechslungsreich und kurzweilig. Durch die drei Schwierigkeitsgrade erleben auch Einsteiger schnelle Erfolgserlebnisse. Wobei die Einarbeitung zu Beginn etwas Zäh ist, da die Vorteile und Werte der Einheiten weder im Spiel noch im Handbuch genauer erklärt werden, muss man am Anfang ein wenig Experimentieren um ein Gefühl für das Truppenmanagement zu bekommen. Auch ein spielbares Tutorial hätte dem Titel gut getan, es gibt lediglich drei selbst ablaufende Videos die die Grundlagen vermitteln. Aufgrund der gut durchdachten Steuerung, findet man sich dennoch schnell zurecht. Viel Potential haben die Entwickler bei den Schlachtfeldern verschenkt. Obwohl sich Höhenunterschiede deutlich bemerkbar machen und bestimmtes Terrain schlecht bis gar nicht befahren werden kann, wurde dies kaum im Leveldesign berücksichtigt. Selten wird man durch enge Schluchten oder zu Umwegen gezwungen. Außerdem hätte ich mir gewünscht Brücken gezielt zu zerstören um den Feind am Vorrücken zu hindern. Auch bei der Präsentation wäre deutlich mehr drin gewesen. Die Einheiten sind noch recht detailliert und gut animiert, aber die Umgebung ist super steril und farbarm. Der Sound ist befindet sich grad noch im OK Bereich, keine außergewöhnlichen Effekte und auch die Hintergrund Musik besteht eher aus banalen Patriotischen klängen. Wer jetzt denkt, zur Ausnahme mal einen inneramerikanischen Konflikt in einem Videospiel zu erleben, dem sei eine kleine Anekdote aus dem selbst ablaufenden Tutorial nahe gebracht. Dort wird nämlich erwähnt, dass ab und zu Kisten vom Himmel fallen mit diversen Extras drin. Sie nennen sich: „Hilfe von Russland". Wer könnte wohl den Bürgerkrieg angeheizt haben? Man weiß es nicht! Als Fazit sei gesagt, dass Shattered Union herrlich kurzweilige Rundenstrategie bietet, die mit ein bisschen mehr Feinschliff ein echter Top Titel hätte werden können. So bleibt das Spiel immerhin noch ein Pflichtkauf für Strategiefans, da eine große taktische Tiefe und ein anspruchsvolles Einheitenmanagement, Strategiespaß für Wochen bieten.

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