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Montag, 20. November 2006

Summoner 2

Summoner 2 wahr für mich eine liebe auf den zweiten Blick. Ich hatte es mir gekauft und gut drei Jahre liegen gelassen. Es war immer etwas anderes zum Spielen dar. Jetzt neigt sich die Zeit der PS2 und X-Box dem Ende zu und ich durchforstete meine Spielesammlung nach nicht durchgespielten Spielen und was finde ich ein jungfräuliches Summoner 2. Immerhin schon ausgepackt und auf Memorycard ein Savegame mit 5 Minuten Spielzeit. Um voll in die Spielwelt einzutauchen habe ich den alten Spielstand aber außer acht gelassen und von vorn begonnen.

Im Spiel verkörpert man Maia die Königin von Halassar. Ihre Aufgabe ist es die Prophezeiung zu erfüllen und ihren Platz als Wiedergeborene Göttin Lahara einzunehmen. Dabei kommt ein Echtzeitkampfsystem zum Einsatz, bei dem man je ein Mitglied der maximal dreiköpfigen Party steuert. Einfache Nahkampfkombos werden schon über mehrmaliges drücken der Quadrattaste ausgelöst. Dennoch bietet das Kampfsystem durchaus taktische tiefe. Nach einer Kombo kann man z.B. einen kurzen Moment nicht Angreifen, daher muss im richtigen Moment geblockt werden. Später kommen noch einige Elementarzauber für die einzelnen Charaktere dazu und diverse Status verändernde Zauber wie Schlaf, Stumm etc., da diese Zauber allerdings einige Zeit brauchen, können sie durch Nahkampfattacken unterbrochen werden. Eine homogene Gruppe aus Nahkämpfern und Zauberern ist daher flicht. Gerade im späteren Verlauf kommt es immer wieder vor das die Gegner gegen bestimmte Angriffe Immun sind. Dann muss man Experimentieren um die Effektivste Methode oder auch Gruppenzusammenstellung herauszufinden, mit der sich der Gegner besiegen lässt. Wenn gar nichts mehr geht, kann sich Maia auch noch in vier verschiedene Monster, die namens gebenden Summons, verwandeln und in deren Form weiter kämpfen. Neben dem flotten Kampfsystem hat das Spiel noch ein ungemein abgefahrenes Design zu bieten. Beginnt das Spiel noch mit einem recht traditionellen Setting, wird es im weiteren Spielverlauf gerade zu Surreal. Am Anfang bereist man eine Pirateninsel, den heimischen Palast im Orientstil und ein großes unterirdisches Gefängnis. Ab hier wird es immer abgefahrener, man bereist den hohen Norden mit vereisten Höhlen, erkundet eine riesige Stadt auf Wasser gebaut mit eigentümlichen Maschinen und bereist sogar fremde Dimensionen in denen die grenze zum Wahnsinn der Entwickler bereits übersprungen wurde. In welchem Rollenspiel mit Fantasysetting nimmt man schon Cyborgs auf, oder schlüpft in die Rolle eines Belagerungsturmes. Auch die Quests sprühen nur so vor Einfallsreichtum. Da müssen unsichtbare Geisteraffen gefunden werden, an einem menschlichen Versuchkaninchen immer neue Tränke ausprobiert werden und man kann einen Laden für Zauberbedarf eröffnen. Mein Highlight ist aber das Anhören von Bittstellern im heimischen Palast. Hier kann man dann richtig schön den Herrscher rauslassen und weit reichende Entscheidungen treffen die das Volk und einen selbst betreffen. Will man z.B. dem gegnerischen Herrscher gestatten ein gestorbenes Familienmitglied im Königsgrab beerdigen zu lassen, das im eigenen Land liegt, oder nicht. Erst im späteren Spielverlauf erfährt man dann welche Auswirkungen die eine oder andere Entscheidung gehabt haben.Es gibt aber auch einige Schwächen. Das Inventar listet die verschiedenen Gegenstände nacheinander alphabetisch auf. Will ich also die Wiederbeleben Schriftrolle auswählen muss ich mich von A bis W durch die ganze Liste wühlen. Dies kommt im übrigen häufiger vor als einem Lieb ist, da der Schwierigkeitsgrad als gehoben bezeichnet werden darf. Was eine weitere Schwäche zu Tage fördert. Man kann immer abspeichern nur nicht während eines Kampfes. So kann es vorkommen das man kämpft und kämpft, man kann nicht speichern, dann kommt der Bosskampf und man überlebt auch den noch, doch dann landet man anschließend gleich wieder in einem Kampfgebiet und stirbt. Frustalarm und akute Gefahr fürs Gamepad. Mir hat das Spiel wirklich sehr viel Spaß gemacht. Das abwechslungsreiche Setting bietet wirklich mal neue Spielerfahrungen und bei der deutschen Überstzung kann sich mancher Toptitel mal ein Beispiel nehmen. Vor allem die vielen kleinen Ideen und Gags am Rande haben mich sehr gut unterhalten. Unbedingt den Abspann bis zum Ende anschauen.

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