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Samstag, 16. Dezember 2006

Jade Empire

Insgesamt bin ich ein wenig enttäuscht von Jade Empire. Nach dem Wahnsinns Kracher Knights of the old Republic war ich sehr gespannt auf das neue Werk von Bioware. Letztendlich konnte es mich aber nicht ganz so begeistern.

Angesiedelt ist das Spiel im alten mystischen China. Sowohl die Kampfkunst als auch Dämonen und Geister prägen das Bild dieser Welt. Man spielt den Schüler in einer Kampfschule, wobei eure Vergangenheit ein Rätsel und eure Zukunft ungewiss ist. In bester Rollenspielmanier fängt alles ganz harmlos an und weitet sich immer mehr zu einer alles umfassenden Verschwörung aus, in der nichts so ist wie es scheint. Als Spieler führt man seine Spielfigur aller Knights of the old Republic durch die Spielwelten und erledigt diverse Aufgaben für die Bewohner der Spielwelt. Die Aufgaben sind durchaus abwechslungsreich und laufen nicht nur darauf hinaus alle Gegner umzuhauen. Allerdings sind sie nicht immer geschickt in den Handlungsverlauf integriert so das man manchmal gar keine Lust hat diese zu erfüllen. Das Kampfsystem funktioniert komplett in Echtzeit. Wobei es aus einer Kombination aus Waffen, Magie und Nahkampf besteht. Im Laufe des Spiels lernt man verschiedene Stile für diese Klassen kennen. Spielerisch machen diese Stile leider kaum Sinn. Man sollte zwar darauf achten in jeder Klasse einen Stil zur Vollkommenheit zu bringen, macht man das aber mit den Stilen die man am Anfang bekommt ist es vollkommen ausreichend. Außer der Animation und Schlagfolge ändert sich recht wenig. Ansonsten funktioniert das Kampfsystem ziemlich gut. Die unterschiedlichen Klassen müssen stets variiert werden um die Schwächen der Gegner ausnutzen zu können. Dadurch entstehen abwechslungsreiche Kämpfe mit viel Tempo. Technisch ist das Spiel sehr gut gelungen. Schöne Kampfanimation, detailreiche farbenfrohe Umgebungen und Charaktere zeichnen eine äußerst stimmige Welt. Gerade im Vergleich zu KotoR sind die Umgebungsgrafiken noch mal eine ganze Ecke schöner und abwechslungsreicher. Die Synchro ist leider nicht so toll. Es wurde zwar alles ins Deutsche übersetzt aber nicht alle Sprecher sind gut gewählt und wirken oft ein wenig lustlos und künstlich. Dadurch geht einiges vom Flair der Spielwelt flöten. Insgesamt habe ich mich nicht richtig in die Spielwelt eingebunden gefühlt. Ich hatte das Gefühl von einem Auftrag zum nächsten zu rennen, anstatt ein großes Abenteuer zu bestehen. Auch die Tatsache, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt den Charakter Rollenspieltechnisch auszubauen dämpft mein Spielvergnügen. Es gibt quasi keine Gegenstände mit denen ich ihn ausstatten kann und bei jedem Levelaufstieg steigere ich lediglich drei Attribute und investiere ein paar Punkte in die einzelnen Stile, was wie schon vorher gesagt nicht besonders abwechslungsreich ist. Insgesamt hat mir das Spiel aber schon sehr viel Spaß gemacht und ich habe es am Stück durchgespielt. Die Welt ist sehr Atmosphärisch und man kann viele verschiedene Wege gehen um Aufgaben zu lösen. Ich hatte mir nur irgendwie mehr versprochen. Vielleicht vermisse ich auch nur das Star Wars Feeling. Wer aber mit dem Szenario was anfangen kann und das Dialoglastige Auftragsystem aus Knights of the old Republic mochte wird auch mit diesem Spiel sehr viel Freude haben, ich hatte sie.

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