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Sonntag, 4. März 2007

Shadow of Rome

Shadow of Rome ist die die ultimative Action Schlachtplatte im alten Rom. Ich muss sagen ich bin extrem begeistert von diesem Spiel. Wie der Titel bereits andeutet, spielt sich die Handlung im alten Rom ab. Cäsar wurde von einem unbekannten Attentäter ermordet und Vipsanius sein engste Berater, wird beschuldigt der Mörder zu sein. Seine Frau wird dafür hingerichtet und er selbst soll am Ende eines großen Gladiatoren Ausscheidungsturniers vom Sieger, ebenfalls ermordet werden. Vipsanius Sohn Agrippa kann dies selbstverständlich nicht zulassen und wird Mitglied in einer Gladiatorenschule, um die Ausscheidungskämpfe zu gewinnen und seinen Vater zu retten. Die Gladiatorenkämpfe mit Agrippa machen aber nur einen Teil des Spiels aus. Zusätzlich zieht man nämlich mit Agrippas besten Freund Octavianus zu Felde. Octavianus zieht allerdings nicht mit der Waffe in der Hand in den Kampf, sondern benutzt seinen Kopf und seine Schleichfähigkeiten um den wahren Mörder zu finden. Aber erst einmal zu Agrippa und den Gladiator Schlachtfesten und der Begriff Schlachtfest ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die Kämpfe sind nicht einfach nur brutal, sondern geradezu sadistisch. Zum Fest wird das ganze durch die Jubelarien der Zuschauer. Die sind nämlich nicht nur Staffage, sondern mit ins Gameplay eingebunden. Nur wenn man das Publikum auf seiner Seite hat, bekommt man Nahrung für seine Heilung und bessere Waffen. Das Kampfsystem funktioniert nach dem guten alten Prinzip, leicht zu lernen schwierig zu meistern. Eine Taste ist für leichte schnelle Schläge, eine für harte langsame Schläge und eine zum Werfen von Gegenständen. Ähnlich wie bei Virtua Tennis hängt die Art des Schlages von der Position zum Gegner und dem Timing ab. Strauchelt der Gegner kann man z.B. mit einem aufgeladenen harten Schlag einen Finisher ansetzen, oder man stellt sich hinter den Gegner packt ihn und setzt zu einem Katapultwurf an. Dadurch spielen sich die Kämpfe nicht nur sehr dynamisch sondern auch Abwechslungsreich, da man stets neue Kombinationen und Möglichkeiten sucht, um seinen Gegner möglichst fies zu erledigen. Die Handhabung der Waffen funktioniert auf dieselbe Weise. So gibt es Waffen mit denen man Knochen brechen kann, Gliedmaßen abtrennen und Gegner in Brand setzen kann. Da auch die Gegner unterschiedliche Werte für Kraft, Ausdauer und Geschwindigkeit haben steht man bei jedem Kampf vor einer neuen Herausforderung. Da man sich stets auf die jeweiligen Waffen und Gegnertypen einstellen muss. Zumal die Waffen auch nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. So kann sich eine Kampfsituation durchaus mal schnell ändern. Man selbst z.B. ist waffenlos und hat lediglich einen Schild zum Blocken in der Hand. Ein Gegner schlägt mit seiner Waffe zu und seine Waffe zerschellt am blockenden Schild. Nun jubelt das Publikum über die Blockaktion. Reist man nun die Arme zur Pose hoch um sich feiern zu lassen bekommt man ein Riesen Schwert, worüber der Gegner sehr schnell geteilter Meinung sein wird. Manche Arenen sind mit diversen Fallen, wie aus dem Boden schießende Flammen oder gigantische Pressen ausgestattet. Auch gibt es immer wieder unterschiedliche Aufbauten wie Festungsmauern, Geschütztürme, Käfige etc.. Bei den Kämpfen geht es aber nicht immer nur ums töten sämtlicher Gegner, sondern es gibt noch Geiselbefreiungen, Statuen um die Wette zerstören und richtig genial inszenierte Bosskämpfe. Als weitere Abwechslung gibt es noch ein Turnier bei dem man Wagenrennen fährt. Auch hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Nur mit Taktik kann man hier bestehen. Man muss konzentriert den Wagen in der Spur halten, die Gegner mit Waffen auf Distanz halten und vor allem aufpassen, dass der eigene Wagen nicht vor lauter Rempelei auseinander fällt. Wie am Anfang schon erwähnt spielt auch noch Octavianus eine Rolle. Mit ihm spiel man in eine Art Splinter Cell Light und versucht herauszufinden wer hinter dem Komplott steckt. Er schleicht sich in Gebäude versteckt sich hinter Kisten, zwängt sich in diverse Verkleidungen, erschrickt arme schwache Frauen mit Ratten und lässt auch mal die ein oder andere Bananenschale liegen auf der die Wachen ausrutschen. Dieser Teil des Spiels ist zwar nicht ganz so Ausgereift wie der Kampfpart, aber bietet genau dann die nötige Abwechslung und Ruhe bevor es in die nächste Schlacht mit Agrippa geht. Außerdem wird in den Octavianus Abschnitten die Handlung vorangetrieben, da man hier die eigentlichen Drahtzieher enttarnt. Diverse Wendungen in der Handlung sorgen dabei für die nötige Motivation. Shadow of Rome ist mit all diesen Spielelemente für mich ein einziges Eldorado, da ich sowohl für harte Actionspiele als auch für Schleichspiele ein totales Faible habe. Ein echter Kritikpunkt könnte für manchen der harte Schwierigkeitsgrad sein. Wobei hier gesagt sei, dass mit der nötigen Taktik und Aufmerksamkeit auf „normal“ alle Herausforderungen durchaus zu schaffen sind.

Da Gewalt in Videospielen ein anhaltendes Thema ist, sollte erwähnt werden, dass die Gewalt durchaus kritisch betrachtet wird, da sich Agrippa deutlich schwer tut mit seiner Rolle als Gladiator. Auch die Namen der Kampfmanöver sind eher satirisch als sinnlos brutal. „Saftige Tomate“, „Sadisten Utopie“ und „Der große Schneidermann“ sind lediglich drei von knapp 192 Manövern. Wer sich daran stört das man Gegnern den Arm abschlagen kann um ihn anschließend mit selbigen zu verprügeln der sollt die Finger vom Spiel lassen. Oder die Gelegenheit nutzen und die Sinnlosigkeit von Gewalt hinterfragen, die nicht nur das Publikum im Spiel zum Voyeur werden lässt sondern auch einen selbst. Dies wohlgemerkt nicht nur in Videospielen sondern auch in Filmen, Nachrichten oder Büchern. Ich komme klar damit und weise darauf hin das dieses Spiel definitiv nicht in Kinderhände gehört.

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