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Dienstag, 29. Januar 2008

Lost Planet



Lost Planet ist eine, im besten Sinne, simple Ballerorgie. Im Spiel verkörpert man den jungen Kolonisten Wayne, dessen Vater gleich zu Beginn des Spiels von einem gigantischen Alien, mit dem Namen Green Eye, während eines Kampfes getötet wird. Wayne verliert bei diesem Kampf sein Gedächtnis und wird Jahre später eingefroren in Eis von drei Freiheitskämpfern gefunden und wieder aufgetaut. Diese drei bekämpfen die Akriden, die Alienrasse zu der auch das Green Eye gehört. Da Wayne sich lediglich an dieses grüne Auge erinnern kann und außer Kämpfen anscheinend nicht viel kann, will er den dreien helfen und man beginnt als Spieler ein Akridennest nach dem anderen auszulöschen. Die Story ist allerdings meiner Meinung nach das Schwächste am ganzen Spiel. Die Handlung wird zwar in sehr schönen und ausladenden Zwischensequenzen erzählt, aber die Handlungsmotive der Protagonisten sind mir über die ganze Spieldauer komplett verschlossen geblieben. Im Laufe des Spiels ändern die Charaktere z.B. ständig ihre Ansichten zum Thema Freund oder Feind. Auch die Akriden werden im Laufe des Spiels als Feindbild abgelöst, von einer Gruppierung die ebenfalls die Akriden töten will. Gleichzeitig wollen diese den Eisplaneten urbanisieren, zuvohr aber sämtliches Leben auf dem Planeten auslöschen. Ich verstehe ehrlichgesagt nicht warum. Was haben die davon alle Lebewesen umzubringen, es wird kein Motiv genannt. Aber egal vielleicht habe ich das ganze auch einfach nicht geschnallt.

Zum Spiel, die Grafik und der Sound sind der absolute Oberhammer. Fantastische Schneelandschaften wechseln sich im späteren Verlauf mit gigantischen Lavabecken ab und die Akriden sind wunderbar eklig designt. Wayne kann immer 2 Waffen mit sich führen und einen Typ Granaten. Die Waffenarten geben sich klassisch, Maschinengewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer und Laserwaffen gehören zum Genrestandard. Gespielt wird aus der 3rd-Person Perspektive, so hat man den sehr detailierten Hauptcharakter immer im Blick. Da die Action auf einem Eisplaneten stattfindet, spielt der Temperaturhaushalt von Wayne eine wichtige Rolle. Mit dem sogenannten Harmoniser kann er die Thermalenergie der Akriden aufsaugen und speichern. Um diese zu gelangen muss er, wie könnte es anders sein, die Akriden töten, worauf sie zu Eis erstarren und zerspringen. Grafisch im Übrigen auch wieder wunderschön. Um in den großen Gebieten Hindernisse und Klippen zu überwinden, verfügt Wayne des weiteren über einen Greifhaken. Ein sehr schöne Spielidee, die aber nicht zur Gänze ausgeschöpft wurde. Es gibt nur wenig auflockernde Klettereinlagen und diese sind meistens auch nicht besonders schwierig. Am wichtigsten im Kampf gegen die Akriden sind aber die sogenannten Vitalsuits (VS). Dies sind Kampfroboter die man mit Wayne bemannen kann. Sie verfügen über zwei Waffenarme die man mit unterschiedlichen Waffen bestücken kann. Die VS und deren Waffen stehen in den Levels verstreut herum und warten nur darauf zur Vernichtung der Gegner eingesetzt zu werden. Besonders mit den VS kommt richtig Stimmung auf. Wenn das Pad bei jedem Schritt vibriert und die gigantischen Kanonen mit lautem Lärm aus den Boxen dröhnen, dann ist man voll in der Action drin und lässt sich von der tollen Optik und der schnellen Action wegblasen. Leider bieten die Levels nicht viel spielerische Abwechslung. Man rennt immer durch ein Feindverseuchtes Gebiet, bringt unterwegs viele Akriden oder Schneepiraten um und am Ende gibt es einen Bosskampf. Die Bosskämpfe sind dafür sehr schön gemacht, man muss das Angriffsmuster studieren um auszuweichen und anschließend die Schwachstelle finden. Klassisch aber so funktionieren gute Bosskämpfe nun mal. Auch hier ist Bombast Trumpf. Die Endgegner nehmen wahrlich gigantisch Ausmaße an. Aufgrund der wenigen Abwechslung ist es auch nicht schade wenn man nach ca. 8-9 Stunden durch ist. Bis dahin macht die Action viel Spaß und man kann seine Technik testen. Denn am Ende weiß man was der Fernseher und die Anlage zu leisten im Stande sind. Der Schwierigkeitsgrad ist gut ausbalanciert. Auf dem zweiten von vier (normal) bin ich gut gefordert worden ohne das es zu frustig wurde. Die anderen schwer und extrem sind dann genau das richtige für diejenigen die nun die Levels, das Gegnerverhalten und die Vorzüge der Waffen kennen. Wer also einfach eine fantastisch präsentierte Actionballerei möchte, die man einlegen kann und sofort Spaß hat, der ist bei Lost Planet genau richtig. Wer sich intensiv mit einem Spiel auseinandersetzen möchte und eine ausgereifte Story mit vielschichtigen Charakteren möchte, der ist ganz klar auf dem falschen Planeten gelandet. Ich hatte viel Spaß.


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