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Sonntag, 1. Juni 2008

Warum Lucas Arts Adventures unerreicht sind

Wenn mich zu Beginn meines Zockerdaseins jemand gefragt hat welches mein Lieblingsgenre ist, da habe ich immer gesagt Adventures. Wobei ich speziell die von Lucas Arts meinte. Indianer Jones and the fate of Atlantis sowie Monkey Island 2 sind für mich dabei immer noch ganz oben an der Spitze. Day oft he Tentacle kommt ganz dicht dahinter. Es bietet zwar die Vorteile der phänomenalen Sprachausgabe, der drei Zeitebenen und… OK der Tag des Tentakel ist auch auf Platz 1. Also diese drei Titel bilden die Spitze des Genres. Heute noch.
Ganz im Ernst, wie kann das sein? Wie kann es sein das diese 3 Titel derart unerreicht sind. Das hat ja noch nicht einmal was mit Nostalgie zu tun, spielerisch und humoristisch bieten diese Titel einfach immer noch deutlich mehr als heutige Neuerscheinungen.
Nehmen wir mal Monkey Island 2. Guybrush hat hier als Charakter definitiv seinen Höhepunkt gehabt. Als mächtiger, bärtiger Pirat, der LeChuck besiegt hat, ist er einfach unschlagbar. In Teil 3 und 4 ist er mir zu weich. Dann die zwei Lösungswege. Der leichte und der schwere. Holla, wer denkt bei gleichbleibenden Locations kann sich nichts verändern. Es wurden zusätzliche Areale eingefügt, extra Charaktere und die Rätzel wurden derart genial miteinander Verbunden das ich bis heute den Ablauf meines Lieblingsrätzels wiedergeben kann. ACHTUNG Spoiler: Um einen Teil der Schatzkarte von Big Whoop zu bekommen, muss man es in einem Antquitätengeschäft für unheimlich viel Gold kaufen. Ich glaube es waren 60000 Goldstücke. Wie man an das Gold kommt ist einfach unvergesslich. Zuerst fährt man auf die Insel Scaab Island und bestellt sich drei dort erhältlichen Drinks und mischt aus den Farben einen grünen Drink. Dieser grüne Drink macht die Spucke dicker. Damit nimmt man am Spuckwettbewerb auf der Insel, des Antiquitätenladens teil. Trotz gedopter Spucke kann man immer noch nicht gewinnen. Also kauft man sich im Laden ein Posthorn und bläst hinein. Der Kanonier am Hafen denkt das Postschiff kommt und feuert seine Kanone, als Signal ab. Der Spuckwettbewerbsleiter geht zum Hafen da er auf Post wartet. Nun kann man die Fähnchen des Wettbewerbs so umstellen, dass man eine Fähre Chance hat. Ein Schluck Spuckdoping, Rotz hochziehen, spucken, Sieg Sieg, die sagenhafte Spuckplakette ist unser. Diese verkaufen wir nun im Geschäft in dem wir dem Besitzer glauben lassen es sei eine Rarität. Das Geld reicht aber nicht. Mit der Kohle können wir es uns aber nun leisten, eine Bootstour mit dem Glasbodenboot von Kapitän Kate zu machen. Koordinaten angeben und los geht’s. Auf der dritten Insel gibt es eine Bücherei, dort kann man im Karteikatalog die vorhandenen Bücher durchwühlen. Hmm untergegangene Schiffe klingt gut. Buch ausgeliehen und Koordinaten raus gelesen. Mit dem Glasbodenboot zu der Stelle gefahren, getaucht und die Affenkopf Gallionsfigur mitgenommen. Diesen Affenkopf können wir nun für 60000 Goldstücke verkaufen und damit die Karte erlangen. Dies war nur ein Beispiel, alle anderen Rätzel im Spiel sind genauso klug durchdacht. Die größte Schwierigkeit bei z.B. Runaway war es mehrmals in die Gottverdammte Handtasche zu schauen, damit unser Held Brian Basco, (Was für ein bescheuerter Name ist das eigentlich?) alle Gegenstände rausnimmt die sich darin befinden. Ha ha in Teil zwei macht er sich sogar darüber lustig und sagt uns das er nicht gleich alles mitnimmt auch wenn er es gebrauchen kann. Was für ein Gag ich schmeiß mich weg.
Dabei fällt mir eine Frage ein. Beim Versuch genug Geld für das Kartenstück aufzutreiben, habe ich seinerzeit eine Verzweiflungstat begangen. Für das Polieren des Holzbeins von dem einem Piraten auf Scaab Island, gab es immer 1 Goldstück. Da ich keine Möglichkeit gefunden hatte 60000 Goldstücke aufzutreiben habe ich dann begonnen sein Bein zu polieren. Ich habe drei Tage lang die Mucke aufgedreht und immer wieder „Benutze“ „Politur“ mit „Holzbein“ geklickt. Ich war schonziemlich weit, fand dann aber doch des Rätzels Lösung. Heute ärgere ich mich aber, dass ich nicht geschaut habe ob es funktioniert hätte dem Typen 60000 mal das Bein zu polieren. Hat irgendwer das mal durchgezogen und kann mir sagen ob es geklappt hätte?
Die Entwickler bräuchten sich nur mal die alten Titel ansehen, um zu erleben was wirklich komisch ist. Wenn Indy sich in Indy 3 umzieht und die typische Indianer Jones Melodie dabei ertönt, worauf Indy fragt: „Was war denn das?“, das ist komisch. Wenn lila Tentakel aufgrund seiner Arme sich freut nun endlich die Welt erobern zu können, dann aber ärgerlich feststellen muss, dass man fürs Bowling Finger braucht, das ist komisch. Wenn Guybrush bei Blitz und Donner einen Knochen ausgräbt und ihm rutscht die Hose runter, das ist komisch. Diesen Humor vermisse ich am meisten. Psychonauts hatte mich nochmal ähnlich zum Lachen gebracht, sonst habe ich seit damals nicht mehr bei einem Spiel derart lachen können. Warum kriegen die Entwickler das heute nicht mehr hin. Die Neuauflage von Sam und Max ist nicht wirklich schlecht, unterliegt dem Original trotzdem in allen Belangen. Schwächere Handlung, schlechtere Bedienung, da unübersichtlicher. Weniger einfallsreiche Locations. Ein netter Versuch, mehr aber auch nicht.
Bitte liebe Adventure Entwickler schaut euch alle Lucas Arts Adventures an und dann eure eigenen Produkte. Wenn ihr feststellt, man unser Spiel ist dagegen echt scheiße, dann setzt euch noch mal ran. Da fällt mir ein Vollgas ist auch auf Platz 1. Denn: „Wir sind die Polecats. Die Polecats kann man nicht kaufen.“ Gott ich hohl es nochmal vor, wofür gibt es die Windows XP Neuauflagen. Genau es gibt sie weil es immer noch keine besseren Titel gibt die man statt dessen Zocken könnte. Der Untergang des Adventures Genres war mangelnde Qualität. Nichts weiter.




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