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Dienstag, 3. Juni 2008

Was ist mit der Kür?

In letzter Zeit ist mir wieder verstärkt aufgefallen, dass die Spieleentwickler immer wieder die Kür vergessen. Aktuell spiele ich Mass Effect auf meiner 360. Tolle Grafik aufgrund fantastischer Charakterdarstellungen und Animationen, sowie realistischer Lichteffekte. Auch das ganze Design ist sehr stimmig. Des Weiteren gibt es ein funktionierendes Kampfsystem und absolut herausragend, das neue Dialogsystem, welches für deutlich stimmigere Dialoge sorgt. Da die Gespräche nun fließend sind und nicht durch das Lesen möglicher Antworten unterbrochen werden. Der Rahmen ist also gesteckt für ein fantastisches SciFi Abenteuer. Aber anstatt aus diesen technischen Bausteinen noch ein paar mehr stimmigere Quests zusammenzubauen, wurden zwischen der tollen Hauptgeschichte einfach nur sich ständig wiederholende Levels mit Gegnern bestückt, die aus unterschiedlichen Gründen dort sind. Schade. Technische Hürden galt es keine zu überwinden. Nur noch etwas mehr Zeit.
Das gleiche bei Assasins Creed. Die Checkliste der Entwickler. Tolle Grafik Check. Spannende Geschichte Check. Bevölkerungssimulation Check. Kampf- und Klettersystem Check. So fertig. Halt Moment, mit den Einzelteilen muss der Spieler doch auch was anfangen können. Oh ähm OK jetzt nur keine Panik. Für die Konsolenversion bauen wir 5 verschiedene Spielabläufe ein und bis zur PC Version haben wir noch ein bisserl Zeit da werden es dann 9. Puuh das war aber haarscharf, da hätten wir bei dem ganzen Marketing fast das Spiel vergessen. So in etwa muss der Entwicklungsprozess abgelaufen sein.
Ich kann ja verstehen, dass man irgendwann auch fertig werden muss. Bei großen Projekten kommt man immer an den Punkt, an dem man Kompromisse eingehen muss um es zur Fertigstellung zu bringen. Hust hust Duke Nukem Forever. Aber wenn alle wichtigen Elemente fertig gestellt sind, sollte man sich bei Spielen dringendst die Zeit nehmen und das bisschen mehr an Arbeit investieren um aus einem guten bis tollen Spiel ein unvergessliches Spiel zu machen.
Das beste Beispiel das mir in der Beziehung einfällt ist StarCraft. Nachdem die Grafik stand und die Rassen ausbalanciert waren, haben die Blizzardjungs nicht aufgehört und haben schnell ein paar Missionen hin geklatscht. Nein die haben sich überlegt was können wir nun mit all diesen Bausteinen anfangen um eine spannende Kampagne auf den Weg zu bringen. Bis heute hasse ich Mensk für das was er Kerrigan angetan hat. Ich vermisse Tassadar und liege der Königen der Klingen zu Füßen. Und wie haben die das geschafft? Mit dramatischen Missionsbesprechungen, bei denen die Köpfe der Protagonisten mehr schlecht als recht animiert wahren. Mit Einheiten die sich auf dem Schlachtfeld unterhalten haben. Technisch nichts Aufwendiges. Es war die Kür einer Arbeit. Der Abschluss, der dem Gerüst aus Grafik, Steuerung und Balance den letzten Kick gab.


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