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Mittwoch, 2. Juli 2008

Wie man einen Blog-Schreiber nennt

Um das Niveau der alten Opas noch weiter zu steigern, versuche ich an dieser Stelle, einer indirekten Aufforderung unseres Oberopas zu folgen. Die Frage lautet also, wie nennt man einen Blogschreiber. Einfältige oder sogar junge Menschen könnten jetzt an dieser Stelle, aufgrund ihres geringen Erfahrungsschatzes, verlautbaren: Ja, ey alter ey, ein Blogschreiber ist halt ein Blogschreiber ey, is doch wohl logisch man.
Menschen eines, sagen wir mal, eines gesetzteren Alters hingegen, werden natürlich sofort und unmissverständlich kontern: Nein, nein, nein, so leicht könnt ihr jungen Kerls euch das ja nun nicht machen. Sonst lauft ihr Gefahr die Problematik dieser im ersten Moment einfachen Frage zu simplifizieren. Beleuchten wir doch erst einmal was macht einen Blogschreiber aus. Nutzen wir die unendlichen Weiten des Internets für unsere Recherchezwecke. Schließlich hat das sogenannte Bloggen ja auch hier seinen Ursprung genommen. Gehen wir also zu meiner ersten und liebsten Anlaufstelle für Informationen zum Wissenschaftlichen Arbeiten, Wikipedia. Hier findet man unter dem Begriff bloggen, folgende Beschreibung zu den Merkmalen eines Bloggers.
Eine Studie des Singapore Internet Research Centre unter etwa 1200 englischsprachigen Bloggern (Koh et al. 2005, S. 2ff) teilte die Blogs in zwei Kategorien ein: 73 Prozent der Befragten führten ein sogenanntes personal Blog, 27 Prozent ein non-personal Blog. Die Blogger der zweiten Gruppe schreiben vor allem, um „zu kommentieren“ und „Informationen zu liefern“. Ihr Ziel ist zudem, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Auch soziodemographisch unterscheiden sich die beiden Gruppen: Non-personal-Blogger sind zum Großteil Männer, die eine höhere formale Bildung als Personal-Blogger haben. Außerdem haben sie im Schnitt mehr Leser, aktualisieren ihr Blog häufiger und verbringen mehr Zeit damit.
Ähnliche Ergebnisse erbrachte im Jahr 2005 eine Umfrage unter mehr als 4.000 deutschsprachigen Bloggern. 71 Prozent der befragten Blogger gaben an, „zum Spaß“ zu schreiben; 62 Prozent wollen in ihrem Blog „eigene Ideen und Erlebnisse für [s]ich selbst festhalten“. Demgegenüber bloggen 33 Prozent, weil sie ihr „Wissen in einem Themengebiet anderen zugänglich machen wollen“, und 13 Prozent „aus beruflichen Gründen“ (Schmidt 2006, S. 43).
Der Medienjournalist Stefan Niggemeier, Mitgründer von BILDblog und Betreiber eines weiteren Weblogs auf seiner eigenen Internetseite, schrieb über sein Motiv des Bloggens: „Für mich ist es eine Sucht. Ein unstillbarer Hunger nach Aufmerksamkeit. Oder, um es positiver und weniger egozentrisch zu sagen: nach Kommunikation.“
Aus diesem Text können wir schon mal folgende Schlüsse ziehen. Intelligente Menschen schreiben über Dinge die andere nicht kennen um sie darüber zu Informieren. Dumme Menschen, nennen wir sie Menschen mit einem geringeren Bildungsniveau als andere, schreiben ausschließlich über sich selbst. Sie kennen halt nichts anderes. Ein weiterer und für mich auch der essentiellste Grund, Blogschreiber, bloggen in ihrem Blog, um innerhalb der Blogosphäre Aufmerksamkeit zu erhalten. Um es ein wenig despektierlicher auszudrücken, zu führen eine Art virtuellen Schwanzvergleich durch. Lese meinen Blog, meiner ist am gehaltvollsten. Ja aber meiner ist dafür quantitativ, deinem überlegen. Auf den Schreibstil kommt es an, mit meiner Technik bin ich euch Meilenweit überlegen. Ihr liegt alle falsch der reine Informationsgehalt macht meinen Blog zum größten, längsten und schönsten Blog. Mit meinem Blog habe ich die größte Standfestigkeit und Ausdauer von allen bewiesen.
Für mich ist ein Blogschreiber ein gelangweilter, zu viel Freizeit habender, nach Aufmerksamkeit heischender, manchmal komischer aber nicht zum Lachen komischer, Unsinn aber manchmal auch Sinn verzapfender, gern schreibender, altkluger, Pedant.
Oder auf gut deutsch ein Altruist so wie ich und jedes andere Mitglied der Opas.





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