Seiten

Samstag, 31. Januar 2009

Kingdom under Fire

 Mit "Kingdom under Fire" gibt es ein absolutes Highlight für darbende Echtzeit-Strategen auf Konsolen. Das Spiel biete eine faszinierende Mischung aus Strategie, Action und Rollenspiel. Wer wie ich aus dem PC-Lager an die Konsole gewechselt ist, wird in erster Linie Echtzeitstrategie-Titel vermissen. Rundentaktik gibt es ja auf Konsolen. "Kingdom under Fire" ist aber nicht einfach eine Portierung von PC-Standards auf die Konsole, sondern bietet viele frische Spielelemente.
image
Das Spiel enthält vier Kampagnen, welche aus der Sicht eines Helden erzählt werden. Diesem Held untersteht immer ein Trupp Infanteristen. Dazu gesellen sich weitere Truppen wie Kavallerie, Bogenschützen, aber auch Exoten wie Flugdrachen. Die Truppen werden stets als Verband gesteuert. Auf einer einblendbaren Übersichtkarte gibt man dann beispielsweise dem Trupp Bogenschützen den Befehl, den gegnerischen Trupp Infanteristen anzugreifen. Die Schlachtfeld-Kamera bleibt dabei jeweils schräg über dem ausgewählten Trupp, ähnlich wie bei "Full Spectrum Warrior". Greift man allerdings mit dem Heldentrupp an, wechselt das Spiel in eine Action-Sequenz und man kann mit dem Helden aktiv am Schlachtengetümmel teilnehmen, wobei man natürlich stets zur Übersichtkarte zurückkehren muss, um den anderen Truppen neue Befehle zu geben. Dies klingt sehr stressig und das ist es auch. Gerade in den späteren Kampagnen, wo man mit unter 6 Truppen auf dem Schlachtfeld steuert, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Da wollen die Bogenschützen zurückgezogen werden, damit sie nicht in Nahkämpfe verwickelt werden, die Kavallerie in Bewegung gehalten werden, damit sie durch den Feind pflügt, und zusätzlich wollen auch noch Spezialfertigkeiten wie Heilen oder Meteor eingesetzt werden. Um Spezialfähigkeiten einzusetzen, benötigt man allerdings Punkte, die man dazu gewinnt, indem man mit dem Helden im Nahkampf Gegner plättet. Somit sind alle Spielelemente in der Schlacht miteinander verknüpft und man muss das richtige Mittelmaß finden, um siegreich hervor zu gehen. Dies ist der grobe Ablauf der Schlachten, dabei müssen noch etliche andere Bedingungen beachtet werden, z.B. der Stand der Sonne, damit die Bogenschützen nicht geblendet werden, oder aufgestellte Fallen von Pionieren, bei Regen lässt sich kein Wald anzünden und so weiter.
Storyverlauf und Truppenmanagment
Zwischen den Schlachten wird die Story durch eingeblendete Dialoge zwischen den Charakteren vorangetrieben und man hat die Möglichkeit, seine Truppen und Helden auszurüsten. Man kann sowohl den Helden als auch die Truppen mit bis zu drei Gegenständen ausrüsten. Dies sind in der Regel Waffe, Rüstung und Schild. Das Geld dafür verdient man sich in den Schlachten. Des Weiteren können die Fähigkeiten der Truppenführer verbessert werden. Dies ist auch wichtig, um bestimmte Truppengattungen nutzen zu können. Die Kavallerie braucht z.B. einen Anführer mit den Fähigkeiten Frontal, Reiten und Nahkampf. Hier werden auch die Spezialfähigkeiten wie Heilen ausgerüstet. Gerade dieser Rollenspielanteil wird in den letzten Kampagnen überlebenswichtig. Dann sollte man vor dem Verteilen abspeichern und in der folgenden Schlacht testen, welche Strategie sinnvoll ist. Denn wenn man kreuz und quer nach Lust und Laune aufrüstet, sieht man schon bald keinen Stich mehr. Sowohl die Wahl der Truppentypen als auch der Ausrüstung ist dann sehr wichtig, um siegreich vom Schlachtfeld zu ziehen. Zaubert der Gegner z.B. ständig mit Blitzen, sollte man nicht mit Rittern in Eisenrüstung in die Schlacht ziehen oder diese zumindest mit einer Rüstung ausstatten, die zusätzlichen Schutz vor Blitzen bietet. Wie man sieht, sind also auch hier alle Elemente miteinander verzahnt.
Abschlussbetrachtung
Das Spiel bietet unzählige Möglichkeiten, welche den Reiz des Spiels ausmachen. Wenn man durch strategisches Vorgehen und kluges Aufrüsten siegreich aus einer Schlacht hervorgeht, ist das sehr befriedigend. Auch die Technik bewegt sich auf hohem Niveau. An den Schlachten nehmen hunderte von Einheiten teil, die sehr detailliert dargestellt werden, dabei läuft das Spielgeschehen stets extra flüssig über den Bildschirm. Als Kritikpunkt muss ich allerdings den Schwierigkeitsgrad nennen. Die Einteilung der vier Kampagnen lautet leicht, normal und schwer. Sie sollte allerdings heißen schwer, sehr schwer und unmöglich. Gerade in den letzten beiden Kampagnen ist ohne genaue Kenntnisse über das Schlachtfeld, die man sich durch vergebliche Versuche aneignet, und geschicktes Aufrüsten der eigenen Einheiten kein Durchkommen. Dadurch artet das Spiel regelrecht in Arbeit aus. Gemütliches Taktieren ist nicht. Gerade weil auch der Umfang des Spiels mit seinen vier Kampagnen sehr groß ausgefallen ist, hätte ich mich über ein paar mehr leichtere Missionen gefreut. Letztendlich kann ich jedem echten Strategiefan das Spiel nur ans Herz legen. Das Spiel bietet nahezu unendlich viele strategische Möglichkeiten und eine tolle Grafik. Aber noch mal, der Schwierigkeitsgrad ist sehr hoch. Nur wer in der Lage ist, sich durchzubeißen und eine Mission auch ruhig mal öfter spielen mag, sollte zugreifen, alle anderen werden sonst das ein oder andere Gamepad zertrümmern.
Plattform: X-Box
Genre: Action-Echtzeitstrategie-Rollenspiel
---------------------------------
Wertung:
Grafik: 9/10
+ sehr viele Einheiten, fantastische Animationen, gute Weitsicht
- karge Landschaften
Sound: 8/10
+ toller Heavy Metal-Soundtrack
- zwar bemühte, aber durchschnittliche deutsche Sprecher
Gameplay: 10/10
+ hohe strategische Anforderungen, viel Action, Rollenspielelemente
- zu schwer
Story: 9/10
+ Die Story richtet sich nach dem Helden, handelt aber von einer großen Gefahr, die alle miteinander verbindet, Story ist mehr als nur ein Vorwand für epische Schlachten
- Leider nur durch Köpfe symbolisierte Dialoge, kaum Zwischensequenzen zwischen den Missionen
Gesamt: 9/10
-----------------------
Hier mein Testvideo. Leider haben sich ein paar Fehler eingeschlichen. Der Baum des Lebens wird von den Dunkelelfen gezaubert und heilt nicht mich, sondern meine Feinde. Ich zaubere lediglich den Curationzauber. Am Ende sage ich, dass die Ballisten das Mammut vernichten. Das geht leider im Spieleton unter. Viel Spaß.

Keine Kommentare: