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Montag, 5. Juli 2010

Halo Wars


Alter Beitrag vom 20.03.10 

Mal vom ersten Teil der Halo-Reihe abgesehen, bin ich eigentlich gar kein so großer Fan des Halo Universums. Ich habe zwar alle Teile gespielt, weil es wirklich gute und spaßige Konsolen-Ego-Shooter sind, aber das Halo-Universum selbst konnte bei mir nie eine besondere Begeisterung auslösen. Ich fand die Entwicklung der Story, nach der Vernichtung von Halo in Teil 1, wenig spannend und viel zu verworren. Dennoch habe ich mir nun auch Halo Wars für meine 360 besorgt. Zeitlich ist es 20 Jahre vor dem ersten Halo angesiedelt und ist ein Echtzeitstrategiespiel für Konsolen von den Ensemble Studios, die ja irrwitzigerweise von Microsoft dich gemacht wurden, aus Gründen die sich mir vermutlich nie erschließen werden.


 

Echtzeit-Strategie auf Konsole

Echtzeit-Strategie war ja schon immer so eine Sache auf Konsolen. Theoretisch könnte man ja seine Maus und eine Tastatur an die Konsole anschließen, aber dennoch versucht sich jeder Entwickler, der ein solches Spiel auf die Konsole bringen will, an einer eigens erdachten Gamepad-Steuerung. Ich persönlich habe damit noch nie Schwierigkeiten gehabt, da ich im Laufe der Zeit einfach mit meinem Gamepad verschmolzen bin. Jede noch so abstruse Tastenkombination fließt mir daher schnell in Fleisch und Blut über. Die größte Herausforderung war seinerzeit Commandos 2 auf der ersten X-BOX. Nachdem ich die Steuerung verinnerlicht hatte, fand ich sie sogar besser, als noch beim ersten Teil mit Maus und Tastatur. Aber hier geht es ja um Halo Wars. Bei Halo Wars ist man leider den Schritt gegangen, dass man von vornherein versucht hat, den Anspruch des Spiels so niedrig anzusetzen, dass man keine wirklich finessenreiche Steuerung benötigt. Ich persönlich finde dieses Denken immer schade, weil es diesem dämlichen Klischee folgt, Konsolenspieler wollen ihre Spiele möglichst simpel und einfach. Nein, wollen wir nämlich nicht. Wir wollen unsere Spiele auch herausfordernd und mit jeder Menge Anspruch. Was wir vereinfacht haben wollen ist das Technik-Handling. Keine Aufrüst-Arien an der Hardware, keine Patches (leider ja auch nicht mehr immer der Fall), keine obskuren Aktivierungsmechanismen und Installationsphasen. (Leider nähern die Konsolen sich bei vielen dieser Punkte auch schon immer mehr dem PC an, aber das wäre ein eigenes Thema für sich.)

Steuerung (Basenbau)

Dem Grundsatz des niedrigen Anspruchs folgend, hat man den Basenbau extrem einfach und simpel gestaltet. Auf den Schlachtfeldern befinden sich vorgefertigte Punkte an denen man Basen errichten kann. Dies gilt sowohl für einen selbst als auch den Gegner. Auf der vorgegebenen Fläche errichtet man dann ein Grundgebäude, an dem mehrere kleine freie Bauflächen angeschlossen sind. Hier baut man dann Versorgungsdepots (erzeugen kontinuierlich Rohstoffe), Kraftwerke (begrenzen den Tech-Level für Einheitentypen) und natürlich Kasernen und Fahrzeugdepots. Bei weiteren Ausbaustufen des Hauptbasisgebäudes, bekommt man dann zusätzliche Bauflächen, auf denen man dann noch mehr Gebäude errichten kann. Wirklich schwach, sogar die Position für die Wachtürme wird einem so vorgegeben. An allen 4 Ecken lässt sich einer bauen. Hochgradig taktisch anspruchslos. Davon abgesehen funktioniert diese Art des Basenbaus sehr gut und geht flott von der Hand. Ruckzuck hat man eine funktionierende Basis errichtet und kann sich an die Produktion von Einheiten machen. Wodurch das Tempo immerhin angenehm hoch gehalten wird und man gleich zur Action kommen kann.

Bei der Einheitensteuerung….

konnte ich bisher nur wenig Finesse feststellen. Entweder man klickt einzeln auf eine Einheit oder man hält den Auswahlknopf gedrückt und ein Rahmen öffnet sich um die Einheiten. Dazu kann man per Tastendruck alle Einheiten auswählen, die sich aktuell im Bildschirm befinden. Ähnlich einem Ego-Shooter ist das Auswahlkreuz dabei ständig sichtbar in der Bildmitte angeordnet. Das fühlt sich ganz angenehm an, da sich immer gleich das ganze Bild verschiebt und man nicht extra an den Rand der Karte gehen muss, um die Ansicht zu verschieben. Dennoch hat man immer das Gefühl nicht den letzten Funken Kontrolle über seine Einheiten zu haben. Da einem der Schwierigkeitsgrad allerdings keine taktischen Meisterleistungen abverlangt, reicht es in den meisten Fällen einfach, immer alle Einheiten gleichzeitig auszuwählen und diese in Richtung Feind zu schicken. Spezialfertigkeiten eines Einheitentyps kann man dann immer ganz leicht auslösen, indem man einfach anstatt der Angriffstaste eine gesonderte für Spezialangriffe auswählt. Insgesamt kann man sagen, die Steuerung funktioniert einfach und intuitiv, aber wirklich toll ist was anderes.

Spielspaß

Insgesamt muss ich sagen, gefällt mir Halo Wars bisher ziemlich gut. Dank der opulenten Inszenierung, mit seinen sehr guten und ausufernden Zwischensequenzen zwischen den Missionen, kommt eine sehr schöne Halo-Stimmung auf. Die bekannten Einheiten, Waffen und Soundfiles sorgen von Anfang an dafür, dass sich Kenner der Reihe gleich wie zu Hause fühlen. Man darf von Halo Wars sicher nicht den großen strategischen Anspruch verlangen. Der ganze konzeptionelle Ansatz bei der Entwicklung verhindert hier bereits große strategische Tiefe. Ich würde gerne einen Vergleich mit den Action-Rollenspielen wagen. Dort ist die Steuerung und das Erfahrungssystem ebenfalls auf ein Minimum reduziert worden, um gleich schnell in die Action abzutauchen. Bei Halo Wars handelt es sich demnach um ein Action-Echtzeit-Strategiespiel. Man hat auf große Steuerungsfinessen und taktische Tiefe verzichtet, um für schnelle und flott spielbare Strategie-Action zu sorgen. Das muss sicher nicht jedem gefallen, aber mir hat es für ein paar sehr vergnügliche Abende Spaß gemacht, ein paar Halo Spartaner mal aus der Vogelperspektive durch die Gegend zu scheuchen. Die wirklich netten Zwischensequenzen und die insgesamt gelungene grafische Umsetzung, sorgen dann für die nötigen Augenanreize. Wer also mal Lust hat auf ein wenig flotte Action-Strategie im Halo Universum, kann sich ruhigen Gewissens Halo Wars kaufen. Es macht wirklich Spaß.

Bewegte Bilder


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