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Freitag, 9. Juli 2010

Resistance Fall of Man


Alter Beitrag vom 28.01.2010 


Wie immer begrüße ich euch zu einem neuen Tagebuch Eintrag. Diesmal zur PS-3 exklusiven Ego-Shooter Ballerei Resistance Fall of Man. Nach Uncharted bin ich einfach auf den Geschmack gekommen und wollte gleich weiter machen mit einer lockeren Action-Schießerei und dies am besten auch aus meinem Stapel an noch ungespielten PS-3 Starttiteln. Eins kann ich da gleich schon mal vorweg sagen, locker ist anders. Denn Resistance spielt sich bereits auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad enorm fordernd. Da ist nicht mit mal eben durch die Schlauchlevels laufen und alles abballern was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.


Alternatives Szenario

Bei Resistance spielt man den einfachen Soldaten Nathan Hale, was wie ich feststellen musste eine ausgesprochen eigenartige Namensübereinstimmung mit dem Uncharted Helden Nathan Drake darstellt. Da könnte man glatt meinen die Sony Exklusiven Entwickler hätten sich in der Kantine abgesprochen. Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum vom 11 bis 14 Juli 1951 und spielt somit zeitlich nach dem zweiten Weltkrieg, allerdings befinden wir uns hier in einem alternativen Universum in dem ein eigenartiger Bestienvirus in den 30er Jahren in Russland entstand. Jeder Mensch der vom Virus befallen wurde, verwandelte sich mit der Zeit in eine der Bestien. Die an sich originelle Idee wie ich finde, wird leider viel zu wenig ausgenutzt. Man erfährt überhaupt nichts über die politischen Verhältnisse die sich daraus ergeben haben oder etwas Ähnliches. Es heißt nur, da sind Bestien, die haben Europa platt gemacht und nun ist zum Schluss noch England dran. Was die Amerikaner dazu veranlasst in den Konflikt mit einzugreifen. Für mich weißt dieser Plot Logiklücken auf so groß wie der Grand Canyon. Da fragt man sich doch was ist z.B. aus der Entwicklung von Nazi-Deutschland geworden. Wieso greifen die Amis erst dann mit ein, wenn bereits Russland und Europa gefallen sind? Und wie zur Hölle sollte England alleine gegen diese Übermacht bestehen können? Aber egal, ich mag Was wäre Wenn Szenarien sehr gerne, ich bin nur enttäuscht, dass man die spannende Grundidee so wenig mit Details ausgeschmückt hat.

Schieß oder stirb

Da es sich um einen Starttitel für die PS-3 handelt, kann man es aber wohl nachvollziehen, dass gewisse Details bei der Spielentwicklung vernachlässigt worden sind. Am Ende ist ein sehr straighter Shooter raus gekommen, bei dem es in erster Linie und ausschließlich aufs Ballern ankommt. Ich habe mich sehr häufig an selige Vertikalshooter Zeiten zurückversetzt gefühlt. Denn Resistance spielt sich tatsächlich ein wenig wie ein Contra in 3D. Man rennt einen linearen Weg los und ballert ohne Unterlass auf heranstürmende Feinde. Unterbrochen wird das Ganze nur von gelegentlichen Fahrzeugsequenzen und Bosskämpfen. Alles wie im guten alten Contra. Selbst den Schwierigkeitsgrad haben sie ziemlich gut nachempfunden. Ich habe zu Beginn standardmäßig den mittleren Schwierigkeitsgrad gewählt, da ich immer denke nach so vielen Spielen, darf ich nicht auf leicht anfangen. Aber schon nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass mittel hier schon sehr fordernd ist. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich auch nicht im weiteren Verlauf wechseln, was allerdings zur Folge hatte, dass ich mich auch wirklich durchgebissen habe, wodurch das Spiel enorm an Dramatik gewinnen konnte. Wenn jedes aufeinandertreffen mit Gegnern das Ende bedeuten kann, dann spielt sich das Game einfach viel intensiver und man ist auch deutlich konzentrierter. Ich habe mich mehr als einmal konzentriert aus meinem Sessel vorgelehnt. Im Video habe ich im übrigen zu Demonstrationszwecken sowohl den harten als auch den einfachen Schwierigkeitsgrad mal ausgewählt. Auf hart, sind die Gegner noch zäher und vor allem noch zahlreicher. Gleich am Anfang gab es da z.B. ein zusätzliches MG-Nest in einem Haus, welches auf normal nicht vorhanden war. Auch an der KI kann man die Unterschiede der Schwierigkeitsgrade feststellen. Auf einfach laufen sie nur stur auf einen zu und lassen sich ohne weiteres abknallen. Daher kann ich eigentlich nur jedem empfehlen, gleich auf normal das Spiel anzugehen, denn auf einfach kann das Spiel sein Potenzial nicht im Geringsten ausschöpfen aufgrund mangelnder Dramatik.

 

Waffentechnik

Durch den hohen Schwierigkeitsgrad ist man nämlich auch gezwungen seine Waffen halbwegs klug einzusetzen. Diese Warten nämlich allesamt mit nützlichen Sekundärfunktionen auf. Bietet das Standard-Maschinengewehr noch lediglich die Möglichkeit explosive Granatgeschosse zu verschießen, wird es beim Maschinengewehr der Bestien schon interessanter. Mit dem lassen sich nämlich Markierungsgeschosse verschießen. Markiert man mit diesen einen Gegner, treffen alle weiteren Schüsse anschließend ins Ziel. So kann man dann schön aus der Deckung heraus einen Gegner nach dem anderen ausschalten. Auch spannend das Nadler Gewehr. Es verschießt Salven von Nadelgeschossen, die solange von Wänden abprallen bis sie etwas fleischliches durchdringen. Im Sekundärmodus verschießt es dann eine Art Geschützturm, welcher auf alle Gegner in der nähern Umgebung schießt. Sehr nützlich, wenn man den in einen Raum voller Feinde setzt. Es gibt auch einen hierzu passenden Granatentyp, welche bei der Explosion ein Vielzahl an Pfeilen verschießt, welche eine äußerst tödliche Wirkung haben in engeren Räumen. Meine Lieblingswaffe ist allerdings der Bohrer. Der Bohrer verschießt Geschosse, die sich nach und nach durch jede Deckung bohren bis sie entweder ein Ziel treffen oder die Levelgrenze erreichen. So kann man selbst Gegner treffen die hinter vermeintlich sicherer Deckung stehen. Wenn die Bestien den Bohrer benutzen ist das auch immer ein sehr dramatischer Moment, da man eigentlich nur eine Überlebenschance hat, nämlich den Gegner schnellst möglich platt machen. Man kann um zig Ecken fliehen, die Geschosse kommen trotzdem unaufhaltsam auf einen zu, da die Gegner auf Verdacht die Wände perforieren.

 

Schneller Spielspaß

Durch die intelligenten Waffen mit ihren spannenden Zusatzfunktionen und den fordernden Schwierigkeitsgrad entwickelt sich dann im Laufe des Spiels ein regelrechter Sog, dem ich mich nur noch schwer entziehen konnte. Gerade in den späteren Levels geht soviel auf dem Bildschirm ab, dass man gar nicht mehr weiß wo man noch Deckung suchen soll. Da stürmen dann unzählige Bestienkrieger auf einen zu, gefolgt von großen Spinnenartigen Kampfwalkern, die wenn man sie dann endlich erledigt hat auch noch durch ein Schleimminen spuckendes Spinnenwesen unterstützt werden. Hier ist wirklich volle Konzentration gefragt und es bleibt auch keine Sekunde zum ausruhen. Was mir dabei positiv aufgefallen ist, dass ist der Umfang des Spiels. Als ich das erste mal dachte, jetzt kommt der finale Level, da hatte ich höchstens zwei Drittel des Spiels durch. Dennoch wird die Dramatikschraube und auch der Schwierigkeitsgrad immer weiter angezogen, wodurch die Motivation bis zum Schluss auf einem hohen Niveau verbleibt. Man ist locker 10 Stunden und mehr beschäftig, was für einen Shooter ja durchaus lang ist, vor allem wenn es ein so geradliniger wie Resistance ist. Geht man das Spiel dann in einem zweiten Durchgang an, wird man sogar noch mit völlig neuen Waffen belohnt, die vorher nur den Bestien zur Verfügung standen. Wie ich finde ein äußerst motivierendes Spielelement. Wer also mal wieder richtig befreit losballern will, mit einem fordernden Schwierigkeitsgrad und interessanten Waffen der kann bei Resistance getrost zugreifen. Die Technik ist nicht gerade der Burner, sie ist ehrlich gesagt sogar ganz schön veraltet, überzeugt dafür mit einer 100 % flüssigen Darstellung ohne Ruckler, egal wie viel auf dem Bildschirm los ist. Das Szenario ist zwar spannend, weißt allerdings viele Logiklöcher und ungenutztes Potenzial auf, zudem bleibt der Held äußerst blass. Ich habe mir allerdings auch nicht mehr von dem Spiel versprochen und war wohl auch daher am Ende sehr zufrieden und hatte jede Menge Freude mit diesem Titel.

Bewegte Bilder


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