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Montag, 15. Oktober 2012

Toms Tagebuch - FTL Faster Than Light


Ich jammere ja gerne herum. Dies ist erst mal eine Feststellung und bezieht sich auf mein ehemaliges Lieblingshobby, dem Spielen von Computer bzw. Videospielen. In der Regel beklage ich dabei das, was auch der allgemeine Dunstkreis des Internets dabei von sich gibt. Innovationsarmut, keine neuen Ideen, Gewinnorientierung kontra Spielspaß, das Ende von Mass Effect 3 ist schlecht etc. Aber es gibt Spiele, die können mir immer noch so viel Freude machen, wie zu meinen besten Hobbyzeiten. Diese Spiele beweisen mir auch, es liegt nicht nur an mir. Die Branche produziert einfach wirklich keine guten Spiele mehr und langweilt seine Konsumenten mit abgestumpften Massenwarenschrott. FTL: Faster than Light ist eines dieser Spiele dir mir richtig viel Spaß machen und mir zeigen, dass dieses Hobby doch noch Spaß machen kann.

Was ist FTL


FTL - Hauptmenü
Das Spiel selbst ist sehr leicht zu beschreiben. Man stelle sich einfach vor, man sei der Kapitän eines Raumschiffes, aller Raumschiff Enterprise. Als Spieler sucht man sich zu Beginn ein Raumschiff aus und mit diesem fliegt man durchs Universum und kämpft gegen gegnerische Schiffe. Dabei muss man seine Crew managen, die Verteilung Energiesysteme im Auge behalten und natürlich taktisch die richtigen Waffen einsetzen. Umrahmt wird das Spiel dabei von einer Rahmenhandlung, die gleichzeitig Spielelement ist. Denn man bereist das Universum nicht als Forscher oder sonst was, sondern man ist auf der Flucht vor einem bösen Imperium, dass das ganze Spieluniversum nach und nach erobert. So steht man auch unter Zeitdruck, da man sich nicht schnappen lassen darf, sonst ist das Spiel vorbei. Insgesamt bereist man auf diese Art 8 Levels mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad, wobei man im letzten gegen das Mutterschiff antritt.

Permadeath


FTL - Kampfbildschirm
Grundlegendes Spielelement bei FTL ist der Tod. Sobald das Raumschiff von einem Gegner kaputt geschossen worden ist, muss man das Spiel von vorne beginnen. Ein Durchgang dauert dann in der Regel, nach meinen eigenen Erfahrungen, 1-3 Stunden (Mir fehlten 3 Lebensbalken beim letzten Boss auf easy). Man beginnt immer mit einem Raumschiff mit einer gewissen Grundausstattung. Zu Beginn kann man nur eines auswählen, später kann man aber weitere Typen durch Erfolge im Spiel freischalten. Diese werden aber nicht grundsätzlich mächtiger sondern bieten andere Strategien, wie man das Spiel angehen kann. Je nach Startausrüstung muss man nämlich seine Kampftakiken anpassen. Ein Schiff kann z.B. starke Laserwaffen haben, das andere besitzt zu Beginn Kampfdrohnen dafür aber keine Laserwaffen. Wieder andere Schiffe besitzen einen Zusatzschild oder auch gar keinen Schild und dafür eine Tarnvorrichtung.


Varianten ohne Ende


FTL - Shop Menü
Aufgrund dieses Variantenreichtums, spielt sich keine Partie wie die andere. Es gibt keine Strategie die zum absoluten Erfolg führt. Vieles in dem Spiel ist nämlich Zufall. Die Sternenkarte setzt seine Sektoren z.B. bei jedem Start wieder neu zusammen und somit auch die Standorte von Alienrassen, Quests und Naurereignissen. Um im Laufe des Spiels sein Raumschiff für den Endkampf aufzumöbeln, ist man allerdings gezwungen stets mutig voran zu fliegen und die Karten genau zu erforschen. Um vielleicht mal einen Eindruck für den Variantenreichtum zu geben beschreibe ich ein paar Taktiken, wie ich bisher schon gestorben bin.

Raketen
Ich selbst war schon ziemlich weit und hatte maximal meine Schilde aufgerüstet, so dass mir kein Gegner mit Laserwaffen etwas anhaben konnte. Dazu konnte ich sehr gut die gegnerischen Schilde mit meinen Waffen durchbrechen und Systeme mit Disruptorwaffen lahm legen. Auch meine Auswahl an Kampfdrohnen war sehr groß und zusätzlich hatte ich eine sehr große Crew zusammen die mit Feinden kurzen Prozess gemacht hat, wenn sie auf mein Schiff beamten. Aber der Gegner hatte auch gute Schilde und als Knackpunkt mehrere Raketenwerfer und Raketen fliegen durch den Schild und erzeugen sofort Hüllenschaden. Mein Crew rannt nur noch von Brand zu Brand und kämpfte verzweifelt dagegen, die Systeme am laufen zu halten. Am Ende brach die Hülle.

Sauerstoff
FTL - Sauerstoffmangel
Auch in dieser Partie war ich gut unterwegs. Ich war breit aufgestellt. Kampf und Abwehrdrohnen, große Mannschaft und Laserwaffen sowie Raketenwerfer. Ich befand mich in einem Level in dem die Rasse der Slug lebt. Dieses sind telepathische bzw. telekinetische Aliens. Diese haben zu beginn des Kampfes ihre Kräfte eingesetzt und das O2-Modul meines Schiffes lahm gelegt und gleichzeitig sämtliche Türen verschlossen, so dass meine Leute nicht hin laufen konnten um es zu reparieren. Nun musste ich das gegnerische Schiff kaputt schießen bevor meinem Raumschiff der Sauerstoff ausgeht. Was soll ich sagen, meine Leute sind erstickt.

Feuer
In dieser Partie war ich noch nicht sehr weit. Meine Crew also noch nicht sehr groß. Sie war sogar kleiner geworden. Ich war nämlich einer Raumstation zu Hilfe geeilt, die von Weltraumspinnen angegriffen wurde. Dabei ist einer meiner Leute leider gestorben. Jedenfalls gab es einen Kampf und der Gegner hatte es geschafft an 2 Stellen meines Raumschiffes Brände zu verursachen. Mit meinen 2 Leuten habe ich verzweifelt versucht, die Brände unter Kontrolle zu bringen. Doch das Feuer breitete sich immer weiter aus. Leider hatte dieses Raumschiff auch keine Möglichkeit bestimmte Bereiche abzuriegeln und den Sauerstoff raus zu lassen und es so zu ersticken. Somit sind wir jämmerlich verbrannt.

Immer wieder


FTL - Sektoren Landkarte
Genau wegen dieses Variantenreichtums ist das Spiel immer wieder für eine Runde gut und macht auch regelrecht süchtig. Man fragt sich jedes Mal, was werde ich wohl diesmal erleben. Viel spielt sich dabei im Kopf ab. Denn alles ist in einer 2D-Draufsich dargestellt in der man die Räume des Raumschiffes sieht sowie rundherum die Anzeigen für die einzelnen Systeme. Taucht ein Gegner auf wird dieser ebenfalls als einfache Draufsicht mit Räumen dargestellt. Keine Fluganimationen oder ähnliches lockern hier das Bild auf. Seine Crew sieht man lediglich als kleine Kopffüßler, die sich durchs Schiff bewegen. Ereignisse wie das mit den Spinnen, erlebt man lediglich über eingeblendete Textfenster, bei denen man dann mittels Multiplechoice auf die Situation reagieren kann. Für das Spielprinzip von FTL ist aber auch nicht mehr nötig. Wenn ich mich z.B. entscheide beim Spinnenproblem zu helfen, wäge ich jetzt immer ab, ob ich es mir erlauben kann womöglich auf ein Crewmitglied zu verzichten. D kann es dann auch mal heißen, nein, ich will nicht wieder in einem Brand sterben nur um euch bei eurem Spinnenproblem zu helfen.

Potenzial


FTL - Energieverteilung
Bei all meiner Begeisterung für das Spiel gibt es aber viele Dinge dich ich gerne noch ausgefeilter hätte. Einerseits ist es z.B. eine schöne Struktur, immer 1-3 Stunden pro Partie unterwegs zu sein. Aber ein nahezu unendliches Universum aller Elite wäre doch auch cool gewesen. So würde man immer weiter spielen und sein Raumschiff immer weiter verbessern bis man den Status Elite hat. Auch finde ich es sehr schwierig die interessanteren Raumschiffe freizuschalten, da man die Bedingungen dafür nur begrenzt selbst anstreben kann und diese daher stark vom Zufall abhängen. Habe ich die richtige Rasse an Bord, bin ich zu richtigen Zeit im richtigen Sektor und fliege dort den richtigen Bereich an. Aber dies sind Kleinigkeiten, da das Spiel in seiner Art einfach ein sehr rundes Spiel geworden ist, in dem alle Elemente, so wie sie sind, perfekt zusammen passen und ineinander greifen.

Das Spiel gibt es für knapp 10 Euro als Download unter anderem bei GoG und ich kann nur sagen, soviel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr bei einem Spiel. Bei 10 Euro kann ich nur sagen, sollte man FTL einfach mal ausprobieren, es ist eine ganz eigene Spielerfahrung. 
 

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