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Samstag, 12. Januar 2013

Toms Tagebuch - Borderlands 2 #2


Wie schon in Teil 1 meines Tagebuchs zu Borderlands 2 erwähnt, ist mir das Spiel zu lang. Es ist einfach viel zu groß. Dieses intrinsische Abarbeiten von Quests um im Level voranzukommen, ist mir einfach als Spiel zu wenig um dann 40 - 50 Stunden, oder sogar noch mehr, in ein Spiel zu investieren.


Nervigkeit 1


Borderlands 2 - Meine Spielfigur
Hinzu kommen einige Nervigkeiten, die mich das ganze Spiel über begleitet haben. Am schlimmsten war definitiv das elendige Kisten öffnen. Es ist für mich wirklich ein Graus. Im Grunde läuft das Gameplay bei Borderlands 2 nämlich in Wellen ab. Sprich es kommt eine große Welle an Gegnern aus den Ecken gesprungen und man muss sich als Spieler seiner Haut erwehren. Danach muss man aufgrund eines begrenzten Munitionsvorrates, erstmal kurz Pause machen und Muni sammeln. Besonders wenn man wie ich bevorzugt mit einer Waffengattung (Scharfschützengewehr) unterwegs ist. Ab und zu lassen die Gegner Muni liegen, aber die meiste Zeit muss man die Zillionen an Kisten und Behältern öffnen um dort nach Muni zu suchen. Man muss sie sehr genau mit dem Fadenkreuz anvisieren und dann per Tastendruck öffnen. Anschließend öffnen sie sich mit einer theatralischen Öffnungssequenz, in der man wartet. Dann kann man entweder jeden Gegenstand einzeln anvisieren oder aber per gedrückter Taste alle Gegenstände die man benötigt auf einen Schlag einsammeln, die sich im Sichtbereich befinden. Wenn die Animation der Kistenöffnung nicht abgeschlossen ist, funktioniert dies allerdings nicht, also muss man noch mal drücken. Ich verstehe einfach nicht, warum die Spielfigur nicht wenigstens die Munition, Heilpakete, Geld etc. automatisch einsammeln kann. Teil 1 habe ich am PC zumindest angespielt und mit Maus finde ich diese Mechanik auch nicht wesentlich besser, auch wenn das anvisieren mit der Maus besser klappt. Ich beschriebe dies deshalb so ausführlich, weil ich bei Borderlands 2 einen sehr großen Teil meiner Spielzeit eben mit genau diesem Vorgang verbringen musste und das war nuneinmal nicht sonderlich unterhaltsam.

Nervigkeit 2


Borderlands 2 - Gefährliche Landschaften
Die zweite große Nervigkeit bei Borderlands 2 ist für mich der Umfang des Spiels. Und damit meine ich nicht, dass das Spiel so lang ist und ich deshalb genervt bin. Sondern, dass es gestreckt ist durch Backtracking. Der Aufbau des Spiels orientiert sich an der Haupthandlung, die einen von Gebiet zu Gebiet führt. Zentraler Anlaufpunkt ist dabei die Stadt Sanctuary in der man sich von diversen NPCs Aufträge abholt. Viele Nebenaufträge führen einen dabei aber wieder in Gebiete, wo man wieder in bekannte Gebiete zurück muss. Entweder nimmt man dann schon eine handvoll mit und erledigt diese zeitgleich mit dem Hauptauftrag oder kehrt später zurück. Da man aber in jedem Gebiet immer das Selbe macht, nämlich Gegner abballern, ist die einzige Varianz die Umgebung. Kommt man also in ein bekanntes Gebiet zurück, wird einem diese Abwechslung auch noch genommen. Allerdings sind Nebenaufträge in Borderland 2 essentiell wichtig für das Vorankommen im Spiel, da man sonst mit seinem Charakterlevel ins Hintertreffen gerät. Wenn man aber nur ein paar Level über dem Level der Gegner liegt, bekommt man kaum noch Erfahrungspunkte für das Abschießen. So quält man sich also durch das bekannte Gebiet und bekommt kaum EXP für das wiederholte abschießen der bereits bekannten Gegner.

Nervigkeit 3


Borderlands 2 - Die Helden aus Teil 1
In Borderland 2 kann man zu Beginn zwischen 4 Klassen wählen (festgelegte Spielfiguren die sich kaum individualisieren lassen). Ich habe mich dabei für „Zero“ entschieden. Die Spielfigur ist aufgrund seines Skilltrees als Scharfschütze ausgelegt, da er hier starke passive Verbesserungen seiner Fähigkeiten freischalten kann. Aber aufgrund des oben angesprochenen Gameplays ist es nicht immer möglich sich anzuschleichen und von erhöhter Position die Gegner abzuknallen. Denn man muss immer in den Gebieten voranschreiten und warten bis man den Trigger auslöst um die nächste Gegnerwelle aus ihren Verstecken zu locken. Gerade im späteren Spielverlauf, können das dann richtig viele sein. So marschiert man z.B. on der einen Sekunde locker fröhlich durch einen leblosen Level und ist in der nächsten Sekunde umgeben von riesigen Tentakel-Sandwürmern die aus dem Boden schießen und einen umzingelt haben. Zieht man sich zurück verfolgen diese einen bis zu einem bestimmten Punkt und geben dann auf, worauf sie wieder unter der Erde verschwinden. Dann denkt man: „Nur gut, dass ich ein Scharfschützengewehr dabei habe.“

Positives 1


Borderlands 2 - Fahrzeuge gibt es auch
Das Spiel hat aber natürlich auch viel positives, sonst hätte ich es ja nicht durchgespielt. Da wäre an erster Stelle die funktionierende Shooter-Mechanik zu nennen. Bei allen Waffen im Spiel spürt man sofort welchen Impact sie auf den Gegner haben. Die Sniper-Rifel kann bei Kopftreffern mit einem Schuss Gegner erledigen. Die SMG hat eine sehr hohe Feuerfrequenz und kann bei aktiven Zusatzeffekten wie Entflammung sehr tödlich im Nahkampf eingesetzt werden. Die Statuseffekte wie Entflammbarkeit spielen ca. nach dem ersten Drittel von Borderlands 2 eine große Rolle. Fleischliche Gegner reagieren sehr empfindlich auf die Flammen. Maschinenwesen hingegen sollte man mit einer Waffe angreifen, die Korrosionsschaden verursacht. Schilde wiederum reagieren allergisch auf Waffen die elektrischen Schaden erzeugen. Ein gut sortiertes Arsenal an Waffen sollte man daher immer im Rucksack haben. Des Weiteren hat jede Charakterklasse eine Spezialfähigkeit die man im Kampf aktivieren kann. Meine Spielfigur konnte z.B. sich unsichtbar machen und gleichzeitig ein Hologramm erzeugen um die Gegner abzulenken. Der erste Schuss aus der Unsichtbarkeit heraus erzeugt dann einen Schadensbonus. Durch diese Kombination aus unterschiedlichen Waffen, Statuseffekten und Spezialfähigkeiten, spielt sich der Shooter-Anteil sehr gelungen und flüssig.

Positives 2


Borderlands 2 - Herrliches Panorama
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Spielwelt. Den look muss man natürlich mögen, aber wenn er einem gefällt, dann hat man viel Spaß daran im Spiel voranzuschreiten und neue Abschnitte freizuschalten. Die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich gestaltet und sind immer wieder für neue optische Highlights gut. Zudem wird dieses Spielwelt mit herrlich schrägen NPCs gefüllt, welche die Spielwelt bevölkern. Wobei die meisten davon in der Stadt Sanctuary anzutreffen sind. Da wäre z.B. Sir Hammerlock, ein Wildtierforscher, dessen halber Körper mittlerweile aus Roboter-Ersatzteilen besteht. Scooter der geistig zurück gebliebene Redneck-Mechaniker. Der wahnsinnige Arzt Dr. Z, dessen Praxis ein einziges Blutbad darstellt. Und viele weitere Charaktere, die einen einfach immer mal wieder zum Schmunzeln bringen.

Positives 3


Borderlands 2 - Ortschaft am See
Als letzten großen Pluspunkt würde ich die Handlung aufzählen. Sie ist natürlich kein Meisterwerk wie z.B. bei Spec Ops, dafür liegt der Fokus des Spiels einfach zu sehr auf anderen Spielelementen. Aber man weiß stets wer der Bösewicht ist, da sich „Handsome Jack“ immer mal wieder über Funk meldet und den Spieler verspottet, ja ihn sogar ein ums andere Mal hereinlegt und fieses sadistische Fallen stellt. So hat man die ganze Zeit im Spiel den Fokus ihn endlich zu erwischen. Wodurch der Endkampf sehr befriedigend wird. Die Motivation aus der Handlung heraus gilt auch für die Nebenquests. Zwar muss man in bekannte Gebiete zurück (der Fairness sei erwähnt, dass es auch Spielareale exklusiv für Nebenmissionen gibt), aber diese sind häufig mit sehr unterhaltsamen Geschichten verknüpft. In der einen Mission sammelt man z.B. Blumen und Pizzareste, um diese dann als Liebesbeweis einer Kannibalenfrau zu überbringen, damit diese wieder Lust auf normale Nahrung bekommt. Wenn man über diesen Humor lachen kann, dann sind die Nebenmissionen häufig witzig und belohnen den Spieler dann mit der Pointe.

Fazit


Borderlands 2 - Lavalandschaft
I'm to old for this shit. Das Spiel war mir einfach zu lang. Ich musste mich stundenlang immer und immer wieder durch Gegnerhorden kämpfen und habe dabei nur geringe Abwechslung verspürt. Klar ändert sich die Umgebung und man kriegt immer wieder neue Waffen. Aber nach ca. 20 Stunden ist es dann aber auch gut für mich. Ich muss nicht immer noch mehr und noch mehr und noch mehr vom selben haben. Ich bin dann irgendwann satt. Eine Tüte Chips reicht mir, ich muss dann nicht noch eine und noch eine essen. So verhält es sich bei mir mit Borderlands 2. Eine Tüte schmeckt mir sehr gut und ich esse sie mit vollem Genuss. Aber bei der zweiten wird mir allmählich schlecht und nach der dritten muss ich kotzen. Dazu gesellen sich die zu Anfang angesprochenen Nervigkeiten. Keine Frage Borderlands 2 ist ein sehr gutes Spiel, aber für einen Spieler wie mich einfach nicht mehr das Richtige. Wenn es eine straffere Haupthandlung erzählen würde, mit weniger Ablenkung durch die Nebenmissionen und einige der Designmängel wie dem Kistenöffnen beseitigen würde, dann könnte ich mir aber ein Borderlands 3 sehr gut in meinem Warenkorb vorstellen.

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