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Freitag, 25. Januar 2013

Toms Tagebuch - Legendary


Nach meinem Langlauf mit Borderlands 2, habe ich mir erst einmal einen kleinen Sprint gegönnt. Legendary hat nichts mit Barney Stinson von How I Met Your Mother zu tun, sondern ist ein Ego-Shooter aus dem Jahre 2008. Mich hatte das Spiel bereits bei erscheinen mit seinem Setting gereizt, da es die Büchse der Pandora in die heutige Zeit versetzt und mythologische Monster wie Werwölfe, Greifen und Minotauren auf den Spieler hetzt. Ein Setting, das mich spontan deutlich mehr anspricht, als jeder x-beliebige Militärshooter. Dennoch habe ich es mir erst jetzt spontan als Gebrauchtspiel zugelegt. Womit ich gleich mit meinem zweiten Spiel in diesem Jahr, meinen abzuarbeitenden Games-Stapel um eines erhöht habe.

Old-School

Legendary - Schicke Sky-Line
Legendary - Büchse der Pandora
Legendary spielt sich unheimlich Old-School und wirkt ein wenig wie ein B-Movie. Unheimlich bemüht und durchaus auch liebevoll, aber man hatte nicht genug Geld für die teuersten Effekte und Kulissen. Auch bei den Schauspielern musste man leider auf junge Nonames zurückgreifen. Dennoch war ich dem Spiel die ganze Spielzeit immer sehr aufgeschlossen gegenüber. Ich konnte ihm irgendwie nicht so richtig böse sein. Man merkte immer, der Wille war da um etwas cooles zu schaffen. Das Gameplay selbst ist in diesem Sinne auch bemüht, kommt über ein Solide aber nicht hinaus. Die Steuerung könnte besser flutschen, das Leveldesign einfallsreicher sein und die Gegner und Waffen mehr Abwechslung vertragen. Aber gerade in der heutigen Zeit, wo moderne Shooter alles Call of Duty-Klone sind, ist Legendary noch herrlich altmodisch. Es gibt eine Lebensenergieanzeige und keine Selbstheilung. Die Gegner sind kein Kanonenfutter sondern harte Brocken die individuelle Angriffsmanöver haben und sogar unterschiedliche Strategien erfordern. Der Werwolf z.B. springt wild umher und läuft an Decken und Wänden entlang. Die Feuerdrachen rollen sich zu kugelsicheren Bällen zusammen und überrollen einen. Als Spieler muss man sich am Anfang von Legendary erst einmal wieder umstellen, wenn man die letzten Jahre in erster Linie Selbst-Heilungs-Shooter gezockt hat.

Spielwelt

Legendary - Physik-Rätsel?
Legendary - Greifen zerlegen New York
Wie in der Einleitung schon beschrieben, dreht sich die Geschichte bei Legendary um die Büchse der Pandora. Der Dieb Charles Dekker wird von einer geheimen Verbrecherorganisation beauftragt die Büchse zu öffnen. Dabei lässt er dann die Apokalypse in New York und letztlich der ganzen Welt los. Plötzlich herrscht Chaos überall auf den Straßen und Greife fallen vom Himmel über die Bürger her. Zusätzlich materialisiert sich aus den allgegenwärtigen Autos auch noch ein gigantischer Golem, der sofort damit beginnt die Häuser der Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Genau ab hier übernimmt man als Spieler die Rolle von Dekker, der zuerst völlig verdattert durch die zerstörten Straßen stolpert. Auf seiner Hand hat sich zusätzlich auch noch ein merkwürdiges Symbol eingebrannt, mit dem er Energiestöße von sich geben und seine Gesundheit regenerieren kann. Zumindest solange, wie er übrig gebliebene Energie von getöteten Monstern zur Verfügung hat. Nachdem man dann seine ersten Waffen gefunden hat, kämpft man sich durch diverse U-Bahn Tunnel, Lager-Hallen und Straßen und schließt sich mit einem konkurrierenden Geheim-Bund zusammen, um die Monster zu bekämpfen und wieder in die Büchse zu sperren.

Spielgefühl

Legendary - Harte Brocken
Legendary - Blutige Straßen
Die Levels sind dabei strikt linear Aufgebaut und bieten keinerlei Abzweigungen. Es kann immer nur in eine Richtung gehen. Rätsel gibt es eigentlich keine. Das schwierigste sieht man tatsächlich im Video, aber keine Angst, es ist kein Spoiler. So hanebüchen ist es konstruiert. Was einen bei der Stange hält, sind die wirklich toll designeten Monster, die wirklich nicht leicht zu besiegen sind auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad. Zudem gibt es die eine oder andere tolle Szene, die einem auch nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt. Der Anfang mit dem Golem z.B. oder ein riesiger Kraken vor der Kulisse des Big Ben in London. Ich möchte auf keinem Fall eine Empfehlung für Legendary aussprechen. Es ist einfach nur ein solider und aus heutiger Sicht altmodischer Ego-Shooter. Allerdings muss ich ihm einen ganz eigenen Charme zusprechen, aufgrund seines trashigen Szenarios. Ich hatte mich die knapp 6-7 Stunden gut unterhalten gefühlt. Leider hat das Spiel ein relativ offenes Ende. Man bekommt zwar einen Sieg, aber leider keine vollständige Auflösung, sondern den Hinweis auf ein, es geht noch weiter. Für eine Fortsetzung war Legendary aber einfach nicht erfolgreich genug. Womit sich der Kreis auch wieder schließt. Die Entwickler hatten großes vor und wollten offenkundig mehr als einen Teil raus bringen. Doch am Ende sind sie an ihren Ambitionen gescheitert.

Video

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