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Samstag, 6. April 2013

Toms Tagebuch - Shenmue 2 Day 2


Shenmue 2 – Tagebuch


Für meinen Beitrag zu Shenmue 2 habe ich auf eine alte Idee zurückgegriffen, die ich schon mal bei meinem Beitrag zu Spellforce 2 verwendet habe. Ich berichte in einer tatsächlichen Tagebuchform von meinen Spielerlebnissen in Shenmue 2. Daher findet ihr hier auch nicht einen Bericht wie sonst und dazu ein Video. Sondern ihr bekommt mein Video + das dazugehörige Skript.

Day 2


Ein neuer Tag bringt neues Glück. Nach meiner gestrigen eher unangenehmen Ankunft hier in Hong Kong fühlte ich mich nach einer Mütze voll Schlaf gleich viel besser. Doch nicht nur mein Wecker schlug Alarm, auch ein mir mittlerweile allzu vertrautes Motorradgeräusch holte mich aus meinem Schlummer. Es war Joy um mich wie versprochen abzuholen und mich an einen Ort zu bringen wo ich ein wenig Geld verdienen konnte. Beim Verlassen meines Zimmers zeigte sich, dass dies auch dringend notwendig war. Denn der Besitzer war ziemlich ungehalten, weil ich nicht bezahlen konnte für die Nacht. Doch er sagte er würde es mir anschreiben. Ich war neugierig was sich Joy überlegt hatte, für welche Form der Arbeit ich wohl geeignet bin. Wir fuhren in den Hafen, was keinen Schreibtisch-Job vermuten ließ.

Und so war es dann auch. Hier am Pier konnte ich Kisten schleppen. Und wer jetzt glaubt, dass dies eine unangenehme und langweilige Arbeit ist, dem kann ich dies nur bestätigen. Die Aufgabe bestand darin, zusammen mit einem anderen Arbeiter die Kisten von Punkt A nach Punkt B zu schleppen. Wofür dies gut war wurde uns nicht erklärt. Die einzige Information die wir hatten war, dass es am Ende des Tages Geld geben würde. Doch das war Motivation genug. Wer Geld haben will muss eben Arbeiten, so sieht es hier in Hong Kong eben aus.

Um die Kisten zu tragen gab mir mein erfahrener Kollege Anweisungen. Um nicht unangenehm aufzufallen befolgte ich seine Anweisungen, soweit es mir möglich war. Scheinbar hatte man mich aber mir dem größten Trotell am Hafen zusammengebracht. Anstatt die Kisten einfach hochzuheben und rüberzutragen, gab er total wirre Kommandos. Rechts, Links, Rechts, Links-Links, Rechts, Links, Rechts-Rechts. Ein paar mal kamen die Kommandos so schnell und kurz hintereinander, dass ich nicht mehr schnell genug die entsprechende Taste drücken konnte und wir die Kiste fallen ließen. Das war schlecht, da er immer am rum meckern war und wir so wertvolle Zeit verloren. Den am Ende wurden wir nicht nach Zeit bezahlt, sondern nach der Anzahl der transportierten Kisten. Wir schafften es sechs Kisten zu schleppen, was mir 60$ einbrachte. Ein bescheidener Lohn für diese monotone und anstrengende Arbeit. Doch erst einmal genug um meine Suche vom Vortag fortzusetzen. Also machte ich mich auf zum South Carmain Quarter.

Doch was war das? Ich hatte nun nachdem ich meinen ersten Job erledigt hatte eine neue Sprachoption zur Verfügung. Nun konnte ich jeden Bewohne hier nach einem Job fragen. Meine Neugierde war somit geweckt und ich fragte erst mal die hilfsbereite Nudel-Shop Verkäuferin vom Vortag nach einem Job. Sie gab mir den Hinweis, dass der Besitzer des Glücksspielstandes Lucky-Hit immer mal nach einer Vertretung für seinen Stand Ausschau halten würde. Da mir die 60$ keine großen Sprünge erlauben würden, schob ich meine Suche doch noch ein wenig auf und verdingte mich als Betreiber eines Glücksspielstandes.

Bei Lucky-Hit handelt es sich um ein großes Brett, auf dem in unregelmäßigen Abständen Nägel eingeschlagen wurden. Dieses steht hochkant und leicht geneigt. Von oben lässt man dann eine Murmel fallen die durch die Nägel abgelenkt wird und sich so immer wieder neue Wege sucht. Ziel ist es mit der Murmel eine der unteren Auffangkammern zu erreichen die mit einem X markiert sind. Als Leiter des Standes, bestand meine Aufgabe darin vorkommende Passanten zu einem Spiel zu überreden, bei dem sie gegen mich antreten würden. Jeder hat dabei 3 Versuche, bei Gleichstand gibt es ein Sudden-Death. Von allen Gewinnen musste ich die Hälfte am Ende abgeben. Ich arbeitete am Stand bis in den späten Abend hinein, war am Ende aber so erfolgreich, dass ich nun 185$ beisammen hatte.

Die ausdauernde Arbeit hatte mich ziemlich durstig gemacht also hielt ich auf meinen Weg nach South Carmain Quarter an einem Getränkeautomaten und wollte etwas von meinem hart erarbeiteten Geld ausgeben. Und was bin ich doch für ein Glückspilz. Ich habe eine Gewinnerdose gezogen mit einer Lau Sammelfigur darin. Jetzt wurde es aber wirklich Zeit, ich wollte den Rest des Tages noch effektiv Nutzen und wenigsten die Adresse für morgen finden. Also lief ich so schnell ich konnte erst mal zum Green Market zurück. Von dort käme ich weiter nach South Carmain.

Das South Carmain Quarter war eine sehr runtergekommene Gegend. Wirklich wohl fühlte ich mich dort nicht. In einem kleinen Park traf ich dann einen kleinen alten Mann der sich in Tai Chi übte. Sein Name war Jian Min. Er schien mich mit einem Schüler des Shaolin Tempels zu verwechseln. Jedenfalls fragte er mich ob wir zusammen einen kleinen Trainingskampf ausüben könnten. Er war unfassbar schnell und ich war nicht in der Lage in auch nur einmal zu treffen. Hoffentlich treffe ich ihn irgendwann noch mal, so dass wir noch einmal gegen einander antreten können.

Jetzt hatte ich aber wirklich genug Zeit vertrödelt. Nun wollte ich endlich die JanTin Apartments finden. Zum Glück befanden sie sich gleich um die Ecke hinter dem Park. Im Apartment fand ich leider keinen Lishao Tao. Der neue Bewohner erzählte mir das er weggezogen war. Ein sehr unangenehmer Bursche. Nur gegen Geld war er bereit mir einen Hinweis zu geben auf den Verbleib von Master Tao. Da ich meine hart erarbeitete Kohle nicht so einem dahergelaufenen in den Rachen werfen wollte, war ich leider ein wenig geizig mit meiner Bestechung. Sicherlich hätte er mir mehr verraten bei einer großzügigeren Spende. Für meine 20$ bekam ich lediglich den Tipp, dass sich Maste Tao irgendwo an einem Ort mit dem Namen Man Mo befindet. Im anliegenden Wise Mens Quarter gab es aber dutzende von Läden mit dem Namen Man Mo.

Anstatt noch richtig zu suchen gab ich es lieber auf und stromerte noch ein wenig durch die Straßen. Bis meine Uhr 11 schlug. Wie durch ein Wunder wurde meine Sicht schwarz und ich fand mich wieder in meinem Hotel Zimmer. Mein zweiter Tag war damit zwar nicht sehr produktiv was meine Suche anbelangte, dafür aus finanzieller Sicht aber umso lukrativer. Ich bin gespannt was Tag 3 für mich bereit hält.

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