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Sonntag, 5. Mai 2013

Toms Tagebuch - Bioshock Infinite



Hach ja, auch ich habe Bioshock Infinite gespielt und hier bekommt ihr wie immer meinen Erfahrungsbericht, mit all den Eindrücken wie ich das Spiel erlebt habe.

Tolles Setting

Bioshock Infinite - Startpanorama
Ich beginne mit dem was mir besonders gut gefallen hat, nämlich das Setting. Bioshock habe ich seiner Zeit nicht durchgespielt. Es liegt wie man hier an anderer Stelle lesen kann, auf meinem Pile of Shame, also den Spielen die ich noch mal irgendwann in meinem Leben durchspielen möchte. Bioshock war eines der ersten Spiele die ich für meine 360 hatte, aber es hat mich irgendwie nie so richtig angemacht, so dass ich in einen Flow gekommen wäre. Spiele wie Prey oder Project Gotham Racing 3 haben mich damals einfach mehr angemacht. Und ich glaube es lag am Setting. Diese bedrückende Unterwasserstadt Rapture war einfach nicht in der Lage mich zu packen. Es war kein Ort an dem ich zum Spielen verweilen wollte. Die Stadt Columbia aus Infinite ist mir da deutlich lieber. Hoch über den Wolken auf riesigen schwebenden Inseln treiben die Hochhäuser durch sonnendurchflutete Wolken Meere. Neben der Sonne gibt es einen weiteren wichtigen Unterschied, zumindest zu Beginn des Spiels. Columbia ist keine tote Stadt wie Rapture, sondern befindet sich auf der Höhe der Zeit. Die Bewohner gehen ihrem Tagwerk nach und genießen das Leben. In Rapture war alles tot und verlassen. So sind die ersten 2 Stunden des Spiels auch meine absoluten Lieblinge. Denn hier gibt es noch viele Passagen in denen man sich einfach ruhig durch die Straßen bewegen kann um sich umzusehen und die Welt zu erforschen. Was hat es mit Columbia auf sich, welche Technik steckt dahinter, wer ist der Hirte und was sind es für religiöse Ideologien die die Bewohner verfolgen? Dies sind wirklich tolle spielerische Momente und haben mir viel Spaß gemacht. Leider versprechen sie viel mehr, als das restliche Spiel nacher einlösen kann.   

Ballerbude

Bioshock Infinite - Willkommen in Columbia
Nach ca. 1 Stunde im Spiel kommt dann ein drastischer Moment in dem sich dann plötzlich diese relativ heile Welt in Düsternis hüllt. Es zeigt sich, dass die Bewohner von Columbia eine Bande von Rassisten und religiösen Fanatikern sind. Sämtliche Bewohner der Stadt verlassen die Straßen und machen Platz für Polizisten die dem Spieler ans Leder wollen. Ab hier verwandelt sich Bioshock Infinite in eine uninspirierte Ballerbude. Mit konventionellen Waffen wie Pistolen, Maschinengewehren und Raketenwerfen kann man sich im Laufe des Spiels zur Wehr setzen. Dazu gibt es die sogenannten Vigor, die das Äquivalent zu den Plasmiden aus Rapture darstellen. Mit ihnen kann man z.B. Feuerbomben werfen, oder Blitzfallen auslegen. Auf Grund des Arena-artigen Aufbaus der Straßen und der in Schüben auftauchenden Gegner kam für mich sehr schnell Langweile auf. Der Balleranteil des Spiels hat mich tatsächlich durchgehend nur genervt. Es war für mich so, als ob die Schießerein mich vom eigentlichen Spiel abgehalten haben. Die Trennlinie zwsichen dem Shooter-Gameplay und dem Rest ist derartig stark, dass es mich jedes Mal vollkommen aus der Welt gerissen hat.

Story-Gedöns

Bioshock Infinite - Belebte Straßen
Viel lieber hätte ich mich gerne vollkommen auf die Erforschung der Welt konzentriert, anstatt immer wieder rumschießen zu müssen. Denn die Handlung motiviert einen durchaus um sich durch die Shoot-Outs zu quälen. In der Rolle von Booker DeWitt werden wir direkt ins Spiel entlassen mit den Auftrag die junge Elisabeth aus der Wolkenstadt Columbia zu befreien um die Schuld zu tilgen. Dabei liefert das Spiel bis ganz zum Schluss keine eindeutigen Aussagen wie alles zusammenhängt sondern begnügt sich mit Andeutungen. Dadurch bleibt die Spannung über die komplette Spielzeit erhalten. Allerdings erzeugen viele Szenen dadurch nur ein „Hä?“ beim Spieler. Um die vielen Andeutungen zu verstehen ist man im Grunde gezwungen, das Spiel ein zweites Mal durchzuspielen. Dazu kann ich aber nur sagen, nein danke. Da mir das eigentliche Shooter-Gameplay zu sehr auf die Nerven geht. Da guck ich mir lieber die Story noch mal im Internet an.

Warum ein Shooter?

Bioshock Infinite - Arenakampf
Ich kann es wirklich nicht verstehen warum dieses Spiel ein Shooter geworden ist. Wenn man sich die Story und die erschaffene Welt Columbia anschaut, dann ist mein erster Gedanke doch nicht, man da kann man aber einen tollen Shooter draus machen. Eine Welt die einen zum erforschen einlädt, passt einfach nicht zu einem schnellen Shooter bei dem ich nur auf der Suche nach Deckungsmöglichkeiten bin. Viel lieber hätte ich Figuren zum Interagieren gehabt. Die Stadt wird zur reinen Kulisse degradiert, weil es keine Möglichkeiten gibt etwas in ihr zu machen. Wir sehr hätte ich mir NPCs gewünscht mit denen man Dialoge führen kann. Es gibt genügend Charaktere die dafür geeignet gewesen wären. Stattdessen hört man diese aber immer nur als Stimmen aus dem Off. Auch schön wäre es gewesen, wenn die Welt nicht eine Aneinanderreihung von Level-Schläuchen gewesen wäre, sondern ein Stück weit offener und man dann z.B. durch neue Gerätschaften oder Fähigkeiten neue Levelabschnitte erst betreten kann. Es gibt so viele bewehrte Spielmechaniken in der Geschichte der Videospiele, warum also bedient man sich bei genau dem, was wir seit Jahren im Überfluss bekommen haben, Schlauch-Shooter.

Fazit 

Bioshock Infinite - Wer ist Elisabeth
Ich finde nicht, dass Bioshock Infinite ein Must-Have Titel ist. Sicherlich sieht es Audio-Visuell fantastisch aus und auch die Story geht weit über das hinaus, was man gewöhnlich geboten bekommt. Aber die vielen vertanen Chancen und das uninspirierte Shooter-Gameplay machen bei mir so viel kaputt, dass ich die tollen Elemente nicht mehr richtig genießen kann. Und so genial ist die Story um alternative Universen und Zeitlinien dann auch nicht. Ich kenne eine Spielreihe, die dies noch deutlich besser hinbekommen hat, nämlich die Legacy of Kain Reihe. Wer über die Schwächen des Gameplays hinwegsehen kann, der kann sicherlich mehr Spaß an diesem Spiel haben als ich, aber mich hat es einen großen Teil des Spiels (die letzten zwei Drittel) einfach nur noch genervt.

Video


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