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Montag, 15. Juli 2013

Toms Tagebuch - Dantes Inferno



Hallo Leute und willkommen zu einer neuen Ausgabe meines Tagebuchs. Heute mit Dantes Inferno, EAs Antwort auf die God of War Spiele, von den Machern der Dead Space Spiele. Und ich komme mal gleich zum Punkt. Wow, ist das ein generisches Blockbuster Spiel. Dantes Inferno ist für mich das perfekte Beispiel dafür, wie ein Spiel aus der Marketing Retorte aussieht. Dantes Inferno bietet in meinen Augen nicht eine einzige eigene originelle Idee und existiert nur deswegen, weil man bei EA ein Spiel wie God of War haben wollte. Also suchte man sich zuerst mal einen mythologischen Hintergrund, der viel Platz und Raum bietet um die Spielfigur möglich brutal ordentlich Monster schnetzeln zu können und bediente sich hier tatsächlich an einem äußerst spannenden und interessanten Stoff. Nämlich der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri.

[Skript zum Video]


Die 9 Kreise der Hölle

Dantes Inferno - Eine Floßfahrt die ist lustig
Ich möchte nun an dieser Stelle gar nicht erst so tun, als würde ich mich mit diesem Stoff besonders gut auskennen. Tatsächlich habe ich aber schon häufig von der Göttlichen Komödie gehört und auch die 9 Kreise der Hölle sind mir ein Begriff. Ich habe nun aber im nach hinein noch mal die Wikipedia genutzt um die eine oder andere Information über sie nachzulesen. So besteht Sie aus 3 Teilen, dem Inferno, dem Purgatorio und dem Paradiso. In ihr wird die Reise von Dante durch die 3 Reiche der Toten aus der Ich-Perspektive beschrieben. Wie der Titel des Spiels schon sagt, handelt es sich bei Dantes Inferno um die Reise durch die Hölle. Diese besteht laut Dante aus der Vorhölle und neun Kreisen. Entstanden ist sie durch die Verbannung von Luzifer aus dem Himmel. Dieser stürzte zur Erde und verursachte einen tiefen Trichter aus sich verjüngenden Kreisen bis zum Erdmittelpunkt. Durch das verdrängte Erdreich entstand auf der anderen Seite der Erde der Läuterungsberg der Purgatorio.


Das Fräulein in Not

Dantes Inferno - Bin ich nicht ne Sünde wert
Um den Stoff Videospielgerecht zu verpacken simplifizierte man dieses ausgesprochen spannende Grundszenario auf die üblichen Storyelemente, wie man sie schon tausendmal in Videospielen gezeigt bekommen hat. Im Spiel ist Dante ein Kreuzfahrer und steht an der Schwelle nach Jerusalem an der Seite König Richards. Dort wird Dante gleich zu Beginn hinterrücks erstochen, woraufhin ihm der Tod erscheint um ihn zu sich in die Hölle zu holen. Nicht ohne ihm vorher mitzuteilen, dass er durch seine Sünden zu Lebzeiten auch all diejenigen verdammt hat, die er liebte. Natürlich lässt sich Dante das nicht einfach so bieten und tritt dem Tod in den Hinten, indem er ihn mit seiner eigenen Sense abschlachtet, um sich dann auf den Weg nach Hause zu seiner Frau Beatrice zu machen. Diese findet er allerdings tot im Garten auf. Woraufhin ihm ihre Seele erscheint, die sogleich von Luzifer entführt wird, in den Schlund der Hölle. Dante macht sich natürlich so gleich auf um die arme Beatrice zu retten. Oder mit anderen Worten der strahlende Held rettet mal wieder das Fräulein in Not.


Visuell berauschend und abstoßend zugleich

Dantes Inferno - Was willst du kleiner
Das einzige für mich wirklich herausragende Merkmal des Spiels ist sein überbordend fantasievolles Art-Design. Die 9 Kreise der Hölle sind wunderbar morbide und abstoßend dargestellt und lassen die Reise zu einem audiovisuellen Rausch werden. Wobei man sagen muss, dass das Design sicherlich nicht jeden begeistern wird. Es ist nämlich eher eine aneinander Reihung von brutalen und erotischen Männerfantasien. Nackte Haut und Gewalt gepaart mit einigen der widerlichsten Monsterdesigns der Videospielgeschichte, vermischen sich zu einer wahrhaften höllenhaften Alptraumspirale. Die Atmosphäre vermittelt einem ein richtig unangenehmes Gefühl. In den Levels möchte man wahrlich nicht gerne verweilen. Von daher muss man den Entwicklern schon ein dickes Kompliment machen, da sie es geschafft haben dem Spiel aus grafischer Sicht, seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Doch leider war es das auch schon mit den Alleinstellungsmerkmalen des Spiels. Denn alles Andere ist nichts weiter als ein mittelmäßiger God of War Klon, der sein ganzes Pulver auch noch gleich zu Spielbeginn verschießt und zum Ende gnadenlos abbaut.


Die Kämpfe

Dantes Inferno - Level-Up inkl. Guto- und Bösometer
Wie bei allen Spielen dieser Machart, also die Sorte, sei ein Typ, renne rum und verkloppe Monster, ist das Kampfsystem das wichtigste Gameplayelement. Bei Dantes Inferno ist es nicht schlecht, aber irgendwie auch nicht gut. Okay es ist scheiße. Es gibt unzählige Combos, jede Menge Upgrade Möglichkeiten, Nahkampf und Fernkampf. Somit ist eigentlich der ganze Genre-Standard vorhanden. Aber all diese Elemente passen einfach nicht vernünftig zusammen. Vermutlich liegt es daran, dass ich inzwischen schon viele Stunden in Demon’s Souls verbracht habe. Dort hat nämlich jeder Move, jede Waffe, jede Angriffsart, eine ganz klare Aufgabe, Funktion und Daseinsberechtigung. Bei Dantes Inferno hingegen, habe ich das Gefühl, als seien die Moves völlig beliebig zusammengestellt worden. Von Anfang trägt man nur eine Waffe, nämlich die Sense des Todes und mit dieser führt man die unterschiedlichen Combo-Attacken aus. Diese sind zwar immer spektakulär animiert aber lassen sich nicht gut und gezielt gegen die Stärken und Schwächen der Gegner einsetzen. Diese sind nämlich meist derartig zahlreich, dass man eigentlich nur ununterbrochen dabei ist Buttons zu mashen um schnell genug mit den Angriffen hinterherzukommen. Am aller schlimmsten ist aber Dantes Fernangriff. Hier schleudert Dante spirituelle Kreuze von sich, die automatisch ihr Ziel finden. Wer sich das Spiel ein wenig erleichtern möchte, der sollte schnell diese Fähigkeit aufwerten.


Knöpfchen drücken

Dantes Inferno - Stirb Kreistaste Stirb
Aufgrund der spektakulären Optik machen die Kämpfe dennoch leidlich Spaß, was mir beim Spielen allerdings den letzten Nerv geraubt hat, waren die vielen kleinen Nervigkeiten, die die Entwickler gerne hätten weglassen können. Da wären z.B. diese elendigen Brunnen, die im ganzen Spiel an jeder Ecke rum stehen. Diese beinhalten, neue Lebensenergie, frisches Mana, Seelen für Upgrades und Items. God of War Standard. Allerdings muss man jedes Mal wie ein bekloppte auf die Kreistaste hauen um an die benötigten Goodies zu kommen. Die Entwickler sollen mir unbedingt mal einen Brunnen zeigen der so funktioniert und vor allem, warum stehen die überall in der Unterwelt rum und wer versteckt auch noch Items darin. Leider schien es den Entwicklern nicht genug gewesen zu sein, bei jedem Brunnen wie ein bekloppter das Gamepad zu malträtieren. Nein, sie haben auch noch lebende Höllentore eingebaut, die man mit der Sense aufschneiden muss. Auch hier Button-Mashing galore. Entwicklerregel Nr. 42, schnelles Knöpfendrücken erhöht nicht die Interaktivität des Spielerlebnisses. Die schlimmste Designsünde sind für mich allerdings die so genannten Erlösungen gewesen. Alle zwei Kurven stolpert Dante nämlich über historische Sünder, bei denen man nun vor die Wahl gestellt will sie entweder zu erlösen oder zu verdammen. Der einzige spielerische Nutzen besteht darin, dass man weitere Seelen zum aufleveln bekommt. Wobei es zwei Pfade gibt, natürlich den Videospiel-Standard entsprechend, ein Böso- und ein Guto-Meter. Auf beiden Pfaden lassen sich unterschiedliche Kombos freischalten. Wobei es sich lohnt beide Pfade auszubauen. Verdammt man nun also den Sünder gibt es eine kurze brutale Hinrichtungssequenz und man kann weiter zocken. Erlöst man hingegen den Sünder, startet ein sich stets Widerhohlendes Mini-Spiel bei dem man, natürlich Knöpfchen drücken muss.    


Den mag ich nicht

Dantes Inferno - Heulsuse deine Haut ist nicht mal weiß
Am meisten nervt mich ich aber die Spielfigur selbst. Dante ist im Spiel nicht nur nicht sympathisch sondern regelrecht nichtssagend. Das Spiel versucht einem in vielen Rückblenden und Zwischensequenzen die Motive und den Charakter von Dante näher zu bringen. Je weiter man im Spiel voranschreitet desto bescheuerter fand ich den Typen allerdings. Am Ende hätte er von mir aus ruhig in der Hölle schmoren können. Nicht nur, dass er die ganze Zeit am rum Jammern ist, was er doch für eine arme fehlgeleitete Seele ist, nein, seine Taten auf Erden sind einfach wirklich nur abstoßend gewesen. So einen will ich nicht spielen. Zudem erfährt man wirklich gar nichts über Dante. Von Anfang bis zum Ende ist er einfach nur ein langweiliger Typ mit Sense und kann nicht eine Sekunde dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild Kratos stand halten.


Fazit

Dantes Inferno - Die Erlösung erfahren hier nur die NPCs
Um Dantes Inferno durch zu spielen habe ich insgesamt 4 Anläufe, verteilt über knapp 3 Jahre, benötigt. Immer wieder wurde mir das Spiel zu langweilig und zu monoton. Das einzige was mich dazu bewogen hat, es doch noch durchzuspielen, war das Setting und das Bewusstsein, dass es nicht zu umfangreich ist. Wie ich einleitend schon sagte, ist Dantes Inferno von Anfang bis Ende absolut generisch und verfügt über keinerlei Eigenständigkeit. Jeder der schon mal einen God of War Teil gespielt hat, wird bei diesem Spiel das Kotzen kriegen, da es dem Original in jeder Hinsicht unterlegen ist. Sei es das Kampfsystem, die Handlung, die Rätsel oder die Technik. Alles ist bei Dantes Inferno schlechter und uninspirierter und wirkt vom ersten Moment an wie eine reine Auftragsarbeit, an der zwar talentierte und wirklich gute Entwickler dran gearbeitet haben, die aber von selbst nie auf den Gedanken gekommen wären, ein solches Spiel zu machen. Und ich finde, das merkt man dem Spiel einfach an jeder Ecke an. Damit komme ich zum Ende und sage Tschüß, bis zu meinem nächsten Eintrag.

Video

 

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