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Freitag, 20. Juni 2014

Darksiders 2 - Toms Tagebuch


Hallo Leute und wie immer willkommen zum Tagebuch. Heute mit Darksiders 2. Ich verweise gerne auf meinen alten Beitrag zum ersten Teil, der nun auch schon über 4 Jahre alt ist. Damals war ich ziemlich begeistert vom Spiel. Ich will nicht sagen, dass es eines meiner All-Time Favorites ist, aber es ist schon ein sehr schönes Spiel gewesen, das ich mit viel Spaß durchgezockt habe. Dementsprechend gespannt bin ich auf den Nachfolger gewesen. Viel konnte ja wohl nicht schief gehen. Größere Spielwelt, dynamischere Kämpfe, gelungene Weiterführung der Handlung aus Teil 1, Rollenspielelemente mit Looten und Leveln. Naja, ist schief gegangen.

Größere Spielwelt

Für mich ist das Spiel mit den oben genannten Punkten schon im Grundkonzept vor die Wand gefahren worden. Anstatt sich auf das zu konzentrieren, was den ersten Teil so stark gemacht hat, nämlich die enorme Abwechslung und die wirklich sehr gut funktionierende Spielmechanik, versuchte man das Spiel unnötigerweise aufzublähen mit unnötigen Spielelementen. Die Spielwelt ist hier ein sehr schönes Beispiel. Bestand der Vorgänger noch aus einer quasi zusammenhängenden Welt sind es jetzt vier verschiedene Welten die strikt voneinander getrennt sind. Die Wald-Welt, die Skelett-Welt, die Herbst-Welt und die Lava-Welt. Was unspektakulär klingt ist auch genauso unspektakulär. Durch den Willen die Spielwelt noch größer zu machen, sind viele Abschnitte sehr eintönig gestaltet worden. Durch die sich immer wiederholende Farbpalette und ähnliche Levelarchitektur. Der Vorgänger war in diesem Bereich deutlich abwechslungsreicher. Und der Versuch eine Art Open-World zu generieren sorgt dafür, dass man große weitläufige Steppengebiete vorfindet, an deren äußeren Rändern sich Tempel, Dungeons oder ähnliches befinden. Da die Welt allerdings im regulären Story-Verlauf so generisch aufgebaut ist, hat man gar nicht mehr die Lust sich die Arbeit und Mühe zu machen um die anderen Gebiete auch noch zu besuchen. Die stärkeren Waffen und Fähigkeiten braucht man für den Fortschritt sowieso nicht, da man auch so andauernd neue starke Waffen findet.

Dynamischere Kämpfe

Vielleicht habe ich das Kampfsystem aus dem Vorgänger auch in zu schlechter Erinnerung. Aber in eben dieser Erinnerung war das Kampfsystem für mich abwechslungsreich und die unterschiedlichen Moves waren gegen verschiedene Gegner unterschiedlich effektiv. Ich befürchte fast meine Erinnerung trügt mich und ich bin einfach durch das geile Kampfsystem aus Demons Souls versaut. Jedenfalls ist das Kampfsystem in Darksiders 2 schlicht und ergreifend langweilig. Man reiht einfach Combo an Combo und wartet bis die Gegner tot sind. Zwischendurch betätigt man noch ein paar Mal die Ausweichen Taste und schon kommt gegen jeden Gegner gut zurande. Durch die vielen Spezialeffekte sieht man zudem häufig gar nicht, was genau im Kampfgetümmel überhaupt los ist.

Gelungene Weiterführung der Handlung

Eine klare Fortführung der Handlung ist zwar im Marketing für das Spiel zwar nicht explizit erwähnt worden, aber ich habe schon irgendwie geglaubt, es würde da weiter gehen, wo der erste Teil aufhört. SPOILER: Also dort, wo Krieg sagt, er wäre nicht allein und seine Brüder durch den Himmel angeritten kommen um ihm zu helfen, nachdem er das letzte Siegel gebrochen hat SPOILER ENDE. Der Gedanke die vier kommen zusammen und es geht weiter hat mich natürlich bei der Stange gehalten, wie das bei Serien nun mal so ist, die mit einem Cliffhanger enden. Aber wie viel zu oft in den letzten Jahren wurden die Erwartungen enttäuscht. Anstatt sich die Mühe zu machen und an das Ende von Teil 1 logisch anzuknüpfen hat man sich lieber etwas komplett anderes, langweiligeres ausgedacht und lässt die Handlung zu dem Zeitpunkt spielen, als Krieg für hunderte von Jahren, Gefangener des Rates war. Toll. Die Blassbacke Tod macht sich auf um herauszufinden, wie er die Menschheit wiederbeleben kann, in dem Glauben dadurch Krieg zu helfen. Wie er darauf kommt, erfährt man nicht. Warum er glaubt der sogenannte Krähenvater könnte ihm das sagen, erfährt man auch nicht. Um warum er den Baum des Lebens wiederbeleben soll und deswegen in vier Reichen Schlüssel suchen muss, bleibt auch ausgesprochen unklar. Es wäre ehrliche gewesen die Entwickler hätten zu Beginn des Spiels einfach eine Texttafel eingeblendet auf der steht. Ihr seid Tod. Um Krieg aus Teil 1 zu helfen geht ihr los, kämpft gegen viele, viele Monster, levelt auf und findet Schlüssel. Zudem müsst ihr ein paar Fähigkeiten-Rätsel lösen wie Portale benutzen und so weiter, damit der Baum des Lebens die Menschheit zurückbringt. Und jetzt viel Spaß. Dann hätte man sich die ganzen Zwischensequenzen schenken können und die gewonnene Zeit in das Kampfsystem oder die Rätsel stecken können.

Rollenspielelemente

Groß gepriesen wurden die erweiterten Rollenspielelemente. Diese tragen aber wie alles andere bisher Aufgezählte nicht zur Verbesserung des Spielerlebnisses bei. Statt sich über eine neue besondere Waffe zu freuen, wird man alle paar Minuten mit neuen Waffen und Gegenständen zugeschissen. Darksiders ist allerdings keine Diablo und der ständige Wechsel in das Menü, das auch noch unheimlich zäh durch die Bildschirme wechselt, beraubt das Spiel um enorm viel Tempo. Zudem verlieren die Waffen dadurch ihre Einzigartigkeit. Zudem ist es auch noch eine Mogelpackung, denn eigentlich findet man gar nicht ständig neue Waffen. Denn es sind immer dieselben Typen nur mit anderen statistischen Werten und Zusatzeffekten. Sense, Hammer, Klauenhandschuh. Wow, es lebe die Vielfalt. Und die Sonderfähigkeiten im Talentbaum lassen sich beim ersten Durchlauf kaum alle freischalten. Was aber ohnehin sinnlos ist, denn auch hier sind es eigentlich nur zwei Fähigkeiten. Ein Teleportangriff und das Herbeirufen von kleinen Helfershelfern. Im Talentbaum kann man dann jede Menge Zusatzeffekt für diese beiden Grundfähigkeiten freischalten. Tolle Rolle.

Fazit


Wie man meinem Text vielleicht schon angemerkt hat, mir hat Darksiders 2 nicht sonderlich gefallen. Zu generisch und uninspiriert das Leveldesign, zu langweilig die Kämpfe und die Rollenspielelemente. Über das Etwas, was sich Handlung nennt wollen wir hier keine weiteren Worte verlieren. Nach der gelungenen Spielerfahrung die der erste Teil noch geboten hat, folgt die totale Ernüchterung. Darksiders 2 kann von mir aus gerne der Tod der Serie sein.    

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