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Samstag, 1. November 2014

Beyond Two Souls - Toms Tagebuch

Skript zum Video

Hallo Leute, seit dem Spiel Fahrenheit bin ich bekennender Fan von Quantic Dream und deren Kopf David Cage. Die Spiele polarisieren zwar sehr stark, doch mich haben sowohl Fahrenheit, als auch Heavy Rain auf eine Art unterhalten wie sonst kein Spiel zuvor. Und ich bin richtig froh, dass ich mit Beyond Two Souls dieser Reihe von tollen Spielerlebnissen, ein weiteres hinzufügen konnte. Nach dem ganzen Marketing Wahnsinn um das Spiel weiß bestimmt jeder Videospielinteressierte worum es geht, daher hier nur eine kurze Zusammenfassung.

Die Heldin, dargestellt von Ellen Page hat übernatürliche Fähigkeiten, da sie einen unsichtbaren Begleiter hat, eine Art Geist mit dem Namen Aiden, der an ihren Körper gekettet ist und im begrenzten Maße die reale Welt beeinflussen kann. Er kann: Gegenstände umstoßen, Gegner erwürgen, Körper besetzen und kontrollieren, durch Wände gehen und Gespräche belauschen, Stühle stapeln, an Spiegel schreiben, Monster zerplatzen lassen und vieles mehr, wenn es für die Handlung wichtig erscheint.

Zeit ihres Lebens ist Jodie dadurch eine Aussätzige. Andere Kinder mögen nicht mit ihr Spielen und die Erwachsenen, sprich ihre Eltern, fürchten sie. Natürlich kommt schnell die Wissenschaft, im Spiel dargestellt von Willem Dafoe  und versucht mehr über die sogenannte Infraworld, die Welt der Geister herauszufinden. Aber die Bösen Militärs und die CIA haben natürlich nichts Gutes mit Jodie vor und wollen das Wissen über die Infraworld für böse Zwecke missbrauchen und sie zu einer Art Superagentin und tödlichen Waffe ausbilden. Das lässt sich Jodie natürlich nicht ewig gefallen und begibt sich auf die Flucht.

Erzählt wird das Ganze in Rückblenden und zeitlich zueinander versetzt. Man spielt z.B. mal Jodie als Kind. Jodie in der Ausbildung, Jodie im Einsatz und Jodie auf der Flucht. Dadurch wird die Spannung lange hoch gehalten, da sich die Story so erst nach und nach zusammensetzt und man die Motive der Protagonisten so auch erst nach und erkennt. Insgesamt lässt sich sagen, dass wer auf eine solche Art von Geschichte steht, mit Beyond Two Souls sehr gut unterhalten wird.


Wer Heavy Rain gespielt hat, wird sich gleich heimisch fühlen bei der Art wie sich Beyond spielt. Tatsächlich könnte man sogar sagen, die Macher hätten die Steuerung weiter vereinfacht und die Interaktionsmöglichkeiten weiter runter gedampft. Musste man in Heavy Rain noch in der Regel die Bewegung zur Interaktion mit der Welt durch eine dazu passende Controller Bewegung nachahmen, muss man in Beyond nur noch den Stick einmal kurz in Richtung des Gegenstandes bewegen und die Aktion wird ausgeführt. Mich persönlich hat dies allerdings nicht gestört, da sich am eigentlichen Spielgefühl dadurch nichts ändert. Man läuft mit seiner Spielfigur durch die Locations und guckt was sich alles manipulieren lässt. Ob ich den Stick da nun drehe, hoch und runter kippe oder gleichzeitig einen Button drücke, macht für mich spielerisch keinen Unterschied.

Persönlich bin ich eher damit beschäftigt mich in die Spielfigur hineinzuversetzen und zu überlegen, was würde ich in dieser Situation jetzt tun. Und das ist es was Quantic Dram einfach fantastisch hinbekommt, schon seit Fahrenheit. Ich bin in diesem Moment Jodie und kann entscheiden was sie tun soll. Klar sind die Möglichkeiten begrenzt und folgt einet bestimmten Story-Bahn, es gibt aber jede Menge kleine Details, bei denen man entscheiden kann wie weit man gehen möchte und das finde ich unheimlich befriedigend als Spielerlebnis. Da es sich in der Regel um das Ausdrücken von Gefühlen handelt. Ich habe mal gelesen, Videospiele tun sich schwer damit Gefühle im Gameplay zuzulassen. Beyond ist da das Gegenteil. Hier geht es eigentlich die ganze Spielzeit über um die Gefühlswelt seiner Protagonistin. 

Fühlt sie sich einsam, ist sie wütend, ist sie glücklich, ängstlich oder panisch. Und das Spiel bietet einem dann die Möglichkeit entsprechend darauf zu reagieren. Ich möchte hier gerne eine Szene sinnbildlich dafür beschreiben.

Die kleine Jodie wird aufgrund ihrer Fähigkeiten von den Eltern in einem Forschungsinstitut abgegeben. Der Vater, das  hat man in vergangenen Rückblenden schon erlebt ist ein echtes gefühlloses Arschloch, der sie einfach nur los werden will, damit er wieder in Ruhe leben kann und tun und lass kann was er will, ohne die Verantwortung für ein verängstigtes kleines Kind tragen zu müssen. In dieser Szene ist man als Spieler die ganze Zeit nur ein Beobachter in der Gestalt von Aidan. Und nach dem geheuchelten Abschied des Vaters bekommt man dann die Möglichkeit dem Arschloch in Gestalt von Aidan eine zu verpassen. Sprich, ihn zu würgen. Nach den Minuten des Zusehens und der aufkommenden Wut war ich regelrecht dankbar für diese Möglichkeit. Man muss es nicht tun, man kann die Szene auch einfach tatenlos zu Ende laufen lassen. Aber man kann auch seinen Emotionen freien Lauf lassen.

Das ist die Stärke von Beyond Two Souls. Es packt einen, sofern man sich darauf einlassen kann,  emotional auf einer Ebene, wie sonst keine anderen Spiele. Da man Zuschauer, handelnder und entscheidender zugleich ist. Ich kann nur sagen, ich war wie zuletzt schon bei Heavy Rain, wieder völlig hin und weg von dem Spiel und freue mich jetzt schon auf den nächsten Streich von Quantic Dream und David Cage. Es sind wirklich einzigartige Spielerlebnisse, die sich auch beim bloßen zugucken nicht wirklich erschließen können. Sich die Zwischensequenzen oder einen Playthrough auf YouTube ansehen, würde einem ein völlig falsches Bild vom Spiel vermitteln. Wer die Möglichkeit hat, bitte mal ausprobieren. Wer sich drauf einlässt wird bestimmt richtig gepackt sein.    

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