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Samstag, 8. November 2014

RTL Skispringen 2003 - Toms Rückblick

Skript zum Video:

Hallo Leute ich heiße euch wie immer willkommen zu Toms Rückblick, heute mit etwas ganz besonderen, nämlich einem Sportspiel. RTL Skispringen 2003. Dieser Beitrag ist etwas besonderes, da ich mich für Sportspiele kaum bis gar nicht interessiere. Ich habe zwar durchaus einige ausprobiert z.B. NBA Live 99, NHL 99 und das eine oder andere FIFA. Aber keiner dieser Titel hat mich aufgrund seiner spielerischen Vorzüge angelockt, sondern lediglich mein Interesse für die jeweilige Sportart bzw. Sportliga. Bei RTL Skispringen war es tatsächlich die Spielmechanik die mich angezogen hat. Den Sport Skispringen an sich, den finde ich sterbenslangweilig und es ist mir auch immer noch ein Rätsel wie es angehen kann, dass es damals Anfang der 2000er einen derartigen Skispringen Boom geben konnte.

Ohne diesen Boom würde es aber heute sicherlich kein RTL Skispringen geben. Ein in meinen Augen  absolutes spielerisches Kleinod und Multiplayer Granate par excellence. Aber wie bin ich bei völligem Desinteresse gegenüber der Sportart dazu gekommen, dem Spiel mal eine Chance zu geben? Das habe ich einem Kumpel zu verdanken, bei dem ich seiner Zeit zum Jahreswechsel zu Besuch gewesen bin und der sich unbedingt die 4-Schanzen Tournee angucken wollte. Ich war nicht sonderlich begeistert und protestierte, mit den mir zur Verfügung stehenden Argumenten, dass es halt langweilig ist länglichen Spargeltarzänen beim Schanzen fliegen zuzuschauen.

Anstatt meiner Argumentation zu folgen bestand er leider darauf mir die Faszination dadurch näher zu bringen, indem er RTL Skispringen in die PS2 einlegte und darauf bestand, mit mir im Multiplayer zu spielen. Da ich zu Gast war, willigte ich mit einigem Murren ein. Zuerst erstellte ich mir einen eigenen Skispringer, wählte die Farben seiner Klamotten aus und legte seine Anfangswerte fest. Das tolle an Skispringen ist, man kann die Kariere mit mehreren im Hot Seat Modus nacheinander spielen.


Die Spielmechanik ist in der Karriere relativ simpel. Man klickt sich innerhalb eines Menüs von Sprungevent zu Sprungevent und kann dazwischen Trainer dafür bezahlen die Charakterwerte seines Springers zu trainieren, seine Ski für das nächste Event wachsen lassen und natürlich seine Ausrüstung verbessern indem man sich neue Skier, Helme usw. im Shop kauft. Innerhalb der Karriere ist dieser Rollenspielanteil im Übrigen sehr motivierend. Spielerisch entscheidend sind aber natürlich die eigentlichen Wettkämpfe.

Ein bisschen tricky, aber auch der Hauptgrund warum das Spiel so genial ist, ist die Steuerung bei den Sprüngen. Ich versuche hier an dieser Stelle mal die Sprungsteuerung mit einem PS2 Gamepad zu beschreiben. Also, der Springer macht sich auf dem Donnerbalken bereit. Auf der linken Seite sieht man an einer Wetterstation wie stark der Wind gerade weht und aus welcher Richtung er kommt. Nun hat man 10 sec. Zeit, einen günstigen Moment auszuwählen. Sprich, kein Seitenwind, schwacher Rückenwind und starker Aufwind. Dann stößt man sich ab mit Druck auf die X-Taste. Nun muss man den Springer durch die Anzeige rechts in der Spur halten, in dem man die Kugel auf dem gebogenen Balken balanciert, durch Bewegungen des Sticks nach rechts bzw. links. Wie das Grinden bei Tony Hawk. Je Höher die Sprungkraftfähigkeit im weiteren Spielverlauf ausgebaut wird, desto gebogener wird der Balken und das Balancieren somit schwieriger. Die Zweite Anzeige rechts unter der Balance-Anzeige zeigt einem an, wann man sich für den Absprung bereits machen muss. Für den Absprung drückt man X und der Springer geht in die Hocke, beim Loslassen springt er dann ab. Das Ideale Zeitfenster beginnt beim ersten Teilstrich und endet direkt an der Sprungkante. Direkt nach dem Absprung muss man direkt den linken Stick nach hinten ziehen um den Springer in die V-Stellung zu bringen. In der Luft muss man nun wieder Balancieren wie beim Anlauf nehmen. Für die Landung drückt man dann den linken Stick wieder nach vorne um die V-Stellung zu beenden und drückt dann wieder X.


Das sind wenige Tastenkommandos aber viele kleine Details die die den perfekt möglichen Sprung beeinflussen. Das Balancieren in der Luft geht am Ende z.B. in die Haltungsnote ein. Die Windrichtung bestimmt wie schwierig das Balancieren wird. Und der perfekte Absprungzeitpunkt ist wirklich kniffelig zu timen. Dadurch wohnt jedem Sprung eine unheimliche Dramatik inne, da kein Sprung dem anderen gleicht. Jedes Mal verspürt man auf Neue den Nervenkitzel alles perfekt hinzukriegen. Beim Qualifikationssprung geht man z.B. auf Nummer sicher um in die Endrunde zu kommen. Beim ersten Sprung versucht man dann ruhe zu bewahren und eine solide Weite hinzubekommen und dann vergleicht man wie die Konkurrenten abgeschnitten haben und muss dann beim letzten Sprung unter Umständen noch mal voll an die Grenzen gehen um den Sieg nach Hause zu holen.    

Und durch den ständigen Wechsel der Schanzen innerhalb der Kariere kann man sich auch nie richtig eingrooven, da jede ihr eigenes Timing erfordert. Im Hot-Seat Modus wird diese Dramatik noch mal um einiges gesteigert. Weil man sich gegenseitig nervös machen kann mit entsprechendem Trash-Talk. Wenn der Eine dann einen super Sprung hingelegt hat, muss man natürlich selbst nachlegen. Unheimlich spaßig wenn der Konkurrent einen perfekten Absprung hinlegt nur um dann die Landung zu versauen.



RTL Skispringen ist ein Paradebeispiel für leicht zu lernen und hart zu meistern.  Beim Einspielen der Szenen für dieses Video hat mich das Spiel im Übrigen gleich wieder in seinen Bann gezogen und die Steuerung ist wie Fahrradfahren. Die alten Bewegungsmuster sind immer noch in meine Finger eingegraben. Und das wo ich das Spiel zuletzt vor knapp 10 Jahren gespielt habe. Wer ein geiles Multiplayer Spiel direkt vor einem Fernseher sucht, der ist bei RTL Skispringen genau richtig. Wobei natürlich auch der Singleplayer Modus unheimlich motivierend ist. Doppeldaumen hoch für diesen Titel, verdienter Maßen einer meine AllTime Favorites.   

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