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Sonntag, 14. Dezember 2014

Perry Rhodan - Toms Tagebuch


Skript zum Video

Ich bin ein alter Adventure Fan. Die Adventures haben mich seit meinem ersten eigenen Computer begleitet und waren lange Zeit meine Antwort auf die Frage, welches ist dein Lieblingsgenre. Heute muss ich anders antworten, da hochwertiger Nachschub einfach jahrelang ausgeblieben ist. Perry Rhodan ist eine der wenigen Ausnahmen, welche ich seit den goldenen Zeiten der Adventures wieder gerne durchgespielt habe.

Die Geschichte des Perry Rhodan 

Perry Rhodan ist der Held einer Romanreihe, welche mittlerweile derart Umfangreich ist, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen darstellt, sie alle lesen zu wollen. Da das Perry Rhodan Universum lange an mir vorbei gegangen ist, hatte ich zuerst starke Zweifel, ob ich mir das Spiel kaufen sollte. Zum Glück habe ich meinen Zweifeln nicht nachgegeben und mir Perry Rhodan The Adventure zugelegt. Auch als absoluter Neueinsteiger kommt man schnell zurecht. Da die Entwickler nur ein paar der nötigsten und für die Handlung wichtigen Elemente des Universums eingefügt haben. In der Anfangssequenz wird Perrys Freundin Mondra Diamond, bei einem Anschlag auf die Residenz der Terraner, entführt. Perrys bester Freund Bully verhängt darauf hin eine Sicherheitssperre und lässt Perry zu seinem Schutz in der Residenz einsperren. Dies kann der natürlich nicht auf sich sitzen lassen und macht sich auf, um Mondra zu retten. Schon bald findet er heraus, dass Sie an einer Ausstellung über die geheimnisvolle Rasse der Illochim gearbeitet hat. So verfolgt Perry nach und nach die Spur, um Mondra zu finden und stößt dabei auf einen geheimnisvollen arkonidischen Geheimagenten und einen Superhacker, der scheinbar das Geheimnis um die Illochim und das Verschwinden von Mondra lüften kann.

Point & Click 

Die Steuerung von Perry Rhodan erfolgt in guter alter Point & Click Manier. Fährt man mit dem Mauszeiger über ein Objekt kann man es untersuchen oder mit gefunden Gegenständen manipulieren. Das Inventar befindet sich dabei dauerhaft eingeblendet in der unteren Bildleiste. Wobei hier nicht nur Gegenstände abgelegt werden, sondern auch Themen. Schon früh im Spiel erfährt man z.B. etwas über den arkonidischen Geheimagenten. Von da an wird sein Charakterportrait dauerhaft in der Leiste eingeblendet. Dies ist wichtig für das Dialogsystem von Perry Rhodan. Trifft man im Spiel auf andere Charaktere kann man sämtliche Gegenstände und Themen per Drag & Drop auf die Gesprächspartner ziehen und sie so dazu befragen. Das Ganze erinnert mich an die ersten beiden Baphomets Fluch Adventure. Ein weiteres wichtiges Steuerungselement ist Perrys Multifunktionsarmband. Mit ihm kann Perry seine Gegenstände untersuchen und am aller wichtigsten, die Umgebung scannen. Durch das Scannen werden sämtliche Hotspots eines Bildschirms dargestellt. Dadurch entgehen einem keine Gegenstände oder Aktionsmöglichkeiten.

Rätseldesign 

Das Rätseldesign des Spiels ist solide. Es gibt einige klassische Rätsel nach dem Muster benutze Gegenstand A mit Objekt B und kombiniere Gegenstand A und B um mit C zu interagieren. Diese sind auch meist logisch aufgebaut, sofern man den Gegenstand hat. Manchmal muss man nämlich erst ein wenig unnötig hin und her laufen und mit bestimmten Personen sprechen, bis man an den Gegenstand rankommt. Auch kommt es vor, dass Perry vor einem dunklen Raum steht und Licht benötig um sehen zu können. Da man eine Taschenlampe hat, liegt natürlich die Lösung nahe eine Batterie dafür zu suchen. Stattdessen muss man aber eine Infrarot Brille aufsetzen. Zu den Objekt-Rätseln kommen dann noch einige Logikrätsel. Diese sind leider nicht immer gleich ersichtlich. Gleich zu Beginn muss man z.B. eine Schlosskombination für das Büro von Perry herausfinden. Wenn man die Lösung hat, ist es leicht, aber ich musste doch eine ganze Zeit überlegen bis ich es raus hatte. Dadurch wird der Spielfluss ein wenig gehemmt, da es Tempo aus dem Spiel nimmt. Letztlich sind aber alle Rätsel gut schaffbar und man hängt nicht zu lange an einzelnen Stellen fest. 

Die Technik in der Zukunft

Die Technik von Perry Rhodan ist für ein Adventure ganz gut gelungen. Detaillierte Hintergrundgrafiken in denen sich dreidimensionale Charaktere bewegen. Die an sich statischen Hintergründe werden dabei häufig mit Animationen angereichert wie schwingende Kabel, Luftfahrzeuge die durch den Himmel fliegen oder Videobildschirme auf denen Informationen angezeigt werden. Die meisten Charakteranimationen sind ganz OK, sind in ihrer Anzahl aber ein wenig spärlich eingesetzt. Bei der Sprachausgabe kann das Spiel dann richtig auftrumpfen. Die Sprecher sind perfekt für die Charaktere ausgewählt worden und bringen die Stimmungen in den Dialogen glänzend rüber. Vor allem sind die Stimmen noch nicht so verbraucht. Aus dem Kopf könnte ich ihnen nicht sofort eine Filmrolle zuordnen. Bei vielen Spielen die in den letzten Jahren erschienen sind, hatte ich das Gefühl, es gäbe 5-6 Sprecher die sämtliche Spiele synchronisieren. Von daher ist es mir hier sehr positiv aufgefallen, dass auch mal andere Sprecher verwendet wurden. Die Hintergrundmusik ist nett und hält sich dezent zurück. Leider wurde bei den Zwischensequenzen ein wenig gespart. Nach dem Intro gibt es nur noch sehr selten Zwischensequenzen und dann meist nur kurze Szenen mit wenig Dramatik. 

Fazit

Mir hat das Perry Rhodan Adventure sehr viel Spaß gemacht. Es baut eine überzeugende SciFi-Atmosphäre auf, die Grafik ist ansehnlich, die Sprecher machen einen guten Job und die Geschichte motiviert zum weiterspielen. Über die paar Schwächen im Rätseldesign sehe ich da dann gerne hinweg. Was ich aber ein wenig vermisst habe, ist schlichte Größe. In den Szenarien ist einfach zu wenig los. Ich hätte gern deutlich mehr Persönlichkeiten gehabt, mit denen Perry interagiert. Meist ist Perry alleine unterwegs und wenn es mal zu Gesprächen kommt sind diese häufig recht kurz. Man hat einfach nicht so recht das Gefühl in einem gigantischen Universum unterwegs zu sein, dass voller außerirdischer Rassen und Kulturen steckt. Hier hätte man deutlich mehr aus dem Spiel rausholen können. Besonders der Level im Illochim Museum nervt in dieser Beziehung, da Perry hier vollkommen alleine ist. Für mich als Rhodan Einsteiger ist es nicht von Nachteil, dass kaum Weggefährten von Perry auftauchen, da ich eh keine besonderen Verbindungen zu ihnen kenne. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Kennern sauer aufstoßen könnte, dass viele Nebenfiguren des Perry Universums so gut wie gar nicht in Erscheinung treten. Auch das Ende des Spiels hat mich doch ziemlich enttäuscht, da es sehr abrupt kommt und viele Fragen unbeantwortet lässt. Es ist zwar kein offenes Ende, aber ein wenig mehr Bombast hätte ich mir schon gewünscht. 

Aber ich will nicht zu negativ sein. Das Spiel hat mich glänzend unterhalten und ich habe es sehr gerne durchgespielt. Die Stärken des Spiels überwiegen meiner Meinung nach deutlich. Dazu gibt es eine ordentliche Spielzeit. Wer sich für Science Fiction interessiert und Adventures mag, der wird sicher Spaß mit Perry Rhodan haben. Dies gilt gerade für Neueinsteiger, da alte Hasen vermutlich zu viele Dinge vermissen würden. Mich hingegen hat das Spiel neugierig gemacht auf Perry Rhodan, so dass ich im Anschluss sogar angefangen habe ein paar der Geschichten selber zu lesen. 

Video

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