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Sonntag, 4. Januar 2015

Alex Kidd in the Enchanted Castle - Toms Tagebuch






Skript zum Video

Hallo Leute und wie immer willkommen zu Toms Rückblick. Für dieses Jahr habe ich mir ein echtes Retro Projekt vorgenommen. Nämlich meine Sega Mega Drive Collection für die XBOX 360. Sie enthält über 40 Sega Klassiker und ich habe mir vorgenommen so viele Titel wie möglich zu spielen. Die Collection ist meiner Meinung nach eine hervorragende Möglichkeit um die Klassiker nachzuholen, da die Konvertierungen wirklich gut gelungen sind und sogar die Möglichkeit bieten, die Spiele auf das 16:9 Format auf zu weiten oder die Grafik weich zu zeichnen. In meinen Rückblicken werde ich sie aber möglichst immer in originalen Einstellungen spielen. Um es gleich festzuhalten, ich habe keine verklärten Erinnerungen an das Mega Drive, da ich nie eine Sega Konsole besessen habe. Das heißt, ich erlebe viele dieser Spiele zum ersten Mal.
Aber kommen wir zum ersten Spiel aus der Collection. Alex Kidd in the Enchanted Castle. Es erschien im Februar 1989 in Japan und ist bereits der fünfte Teil in der Alex Kidd Reihe. Bis zum Erscheinen von Sonic the Hedgehog war er quasi das Maskottchen von Sega. Von daher war ich schon ein wenig gespannt wie sich das Jump and Run wohl spielen würde. Bevor ich zum Gameplay komme, möchte ich aber vorab gerne auf die Story eingehen, da diese so verrückt und absurd daher kommt, wie sie nur in Videospielen vorkommen kann. Hier der original Text aus der Anleitung, die ich frei aus dem Englischen übersetzt habe.

Die ganze Kidd Familie ist bestürzt! Alex Vater, König Thor, wird vermisst!
Zu Hause auf dem Planeten Aries, hat Alex das Gerücht gehört, das König Thor von Ashra gekidnappt wurde. Dem gemeinen Herrscher vom Planeten Paperock. Alex eilt nach Paperrock und startet mit der Suche nach seinem Vater.
Aber er rennt sofort in Ärger hinein. Alle Kreaturen of Paperock haben beschlossen Alex vom Wolkenschloss fernzuhalten. Ashras Versteck. Sie versperren seinen Weg und jagen ihn wenn er versucht zu entkommen. Doch Alex ist hart im nehmen! Er weiß wie man springt, schlägt und tritt. Und er findet heraus wie viel Spaß es macht, wenn die Kreaturen explodieren!
Alex benutzt seine Powerschläge für alles was sich ihm in den Weg stellt. Und dann greift er sich das Gold und die Schätze die auf magische Weise erscheinen. 
Aber eine große Überraschung wartet auf Kidd. Alex findet sich selbst wieder, gedrängt in ein Spiel namens Janken mit den Paperock Bullies. In diesem Spiel hat er ein Handsignal zu geben, für Papier, Schere oder Stein, zur gleichen Zeit wie sein Gegner. Wenn nicht, wird Alex rausgeworfen und verliert einen Teil seines Goldes. Wie peinlich. 
Wird Alex es zum verzauberten Schloss schaffen und seinen Dad finden? Oder werden die neunmalklugen Paperocks was zu lachen bekommen? Es liegt bei dir!

Unfassbar, da ist man doch gleich volle Kanne motiviert drauf loszuspielen. Den lange verschollenen Vater König Thor, auf dem fernen Planeten Paperock retten, um dort in spannenden Stein, Schere, Papier Wettkämpfen zu bestehen. Wirklich die Handlung ist selbst für ein Kleinkind völlig verblödet. Wie kann man sich sowas bloß als Szenario ausdenken. Ich mein, wie kommt man denn darauf, einen kleinen Jungen im roten Strampelanzug als Helden zu nehmen, der auf einem fremden Planeten gegen kleine rote Autos kämpft, Geier vom Himmel holt und Skorpionen ausweicht. Wenn man schon auf einem fremden Planeten landet, warum sind dann die Szenarien und Gegner ganz klar von der Erde? Da gibt es kleine Aufziehsoldaten, Mumien, Mäuse…Ich mein, allein schon die Kombination bringt mich völlig aus dem Tritt. Was haben denn Mumien mit Autos auf ein und demselben Planeten zu suchen? 

Naja, die elf Levels die es im Spiel zu meistern gilt sind dafür relativ abwechslungsreich. Von der Stadt am Anfang, geht es über eine Wiese, durchs Meer und von dort durch die Wüste in eine Pyramide. An die sich dann bizarrerweise ein Wald anschließt. Nochmal durch eine kleine Stadt, geht es über ein Bergmassiv und eine kurze Flugeinlage zum namengebenden Enchanted Castle. Das Schloss ist dann auch der größte Level im Spiel und ist kein Sidscrolling Level wie die anderen, sondern besteht aus einzelnen überblendenden Räumen, die auch fast immer einen kleinen Rätselcharakter an sich haben. Aber vor allem, sind sie bockschwer. Meine Hochachtung an diejenigen, die dieses Spiel ohne freie Speichermöglichkeit durchspielen.

Die Auswahl des Schwierigkeitsgrads zu Beginn bestimmt im Übrigen nur, wie viele Leben man am Anfang des Spiels hat. Fünf für einfach, drei für normal und eins für schwer. Zum Glück bietet die Classic Collection die Möglichkeit zu jedem Zeitpunkt im Spiel zu speichern. Ansonsten hätte ich es nie im Leben durchgespielt. Ohne Speichern, bin ich lediglich bis zum Wald gekommen und spätestens dort von der teils ungenauen Steuerung und den viel zu kleinen Trefferzonen der Gegner in den Wahnsinn und somit in den Tod getrieben worden. Eine einzige gegnerische Berührung reicht nämlich aus, um zurück an den Anfang des Levels versetzt zu werden. 

Die ungenaue Sprungmechanik ist dabei wirklich bescheuert. Es liegt gar nicht mal daran, dass sie unpräzise ist, sondern vielmehr daran, dass Alex immer ein wenig schliddert wenn er landet und teils verzögert reagiert. Dadurch fühlt sich alles ein wenig schwammig an und man kann gerade bei Sprüngen auf einzelne Blöcke die Landung nicht immer genau timen. Und die Trefferzonen der Gegner sind wirklich fies. Um die Gegner zu besiegen muss kann man sie schlagen oder treten. Treten geht aber nur im Sprung, der wie eben schon gesagt ein wenig unpräzise ist. Beim Schlagen muss der Gegner aber nahe heran kommen. Da Alex immer erst eine kleine Ausholbewegung vollführt muss man den Schlag sehr genau timen, ansonsten stirbt man. Schon an den ersten Gegnern, den Autos, bin ich mehrmals gescheitert bei widerholten versuchen. Daher habe ich dann gar nicht mehr versucht die Gegner zu schlagen, sondern bin ihnen lieber ausgewichen.

Dadurch entgehen einen leider auch viele Verstecke in den Levels. Theoretisch kann man ordentlich auf Goldjagd gehen und viele teils versteckte Truhen finden. Aber da die Welt derart tödlich ist, sehe ich lieber zu an den Ausgang zu gelangen, bevor eines meiner kostbaren Leben drauf geht. Aber eigentlich muss man die Levels zu hundert Prozent abgrasen um alle Extraleben zu sammeln, ansonsten steht man im Schloss auf verlorenen Posten. Ein paar der Sprünge die man da vollführen muss, sind so schwierig, da muss man einfach sterben. 

Spätestens beim Bosskampf braucht man alle Leben die man kriegen kann. Auch hier reicht ein Treffer. Und dann landet man nicht mal direkt beim Gegner sondern wird wieder ein paar Räume zurück gesetzt. Das Spiel ist echt so fies. Wenn man die reine Spielzeit betrachtet, kommt man vielleicht auf knapp 30 Minuten. Durch den Schwierigkeitsgrad dürfte einen das Spiel, aber bestimmt zig Stunden beschäftigen, bis man wirklich alle Level auswendig kann. Und dann noch hunderte Versuche um das richtige Timing im Bosskampf zu finden. 

Auch wenn es viel zu kritisieren gibt am Spiel, freue ich mich aber, dass ich es durchgespielt habe. Ich habe zwar die Speicherfunktion ab dem Waldlevel bis zum Exzess ausgereizt und alle paar Schritte gespeichert. Aber es war dennoch ein befriedigendes Gefühl sich durchzubeißen. Und das Ende war die Mühe mehr als Wert gewesen. Wer sich das nicht spoilern will sollte jetzt abschalten. Denn ich werde es den interessierten hier zeigen, da es einfach unfassbar ist.

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